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Psalm 74

1. Warum, o Gott, willst du in Ewigkeit  / dein Volk verstoßen, deiner Schafe Herde  / durch deinen Zorn vertilgen von der Erde?  / Warum verwirfst du uns für alle Zeit? 

2. Gedenke doch, wie du seit Urzeit schon  / dein Volk erlöst, dein Erbteil dir erkoren,  / wie Treue du und Huld ihm zugeschworen  / und Zion wähltest, deiner Gnade Thron.

3. Erhebe dich, Schau das Zerstören an.  / Sieh, wie der Feind dein Heiligtum verwüstet.  / Hör, wie er sich mit Stolz und Hochmut brüstet  / und rühmt, was seines Armes Macht getan. 

4. Wir gehn einher in tiefer Finsternis.  / Dein Wort ist fern, die Weisung bleibt verborgen  / und kein Prophet verkündet uns den Morgen.  / Im Dunkel wandeln wir und ungewiss.

5. Ach Gott, wie lange soll der Feind dich schmähn?  / Wie lange soll der Widersacher toben?  / Wann endlich zeigst du deine Macht von oben  / und lässt uns deiner Rechten Stärke sehn?

6. Von alters her bist König du allein,  / vollbringst die Taten deines Heils auf Erden.  / Selbst Meereswut muss stille vor dir werden,  / der Tiefe Macht dir unterworfen sein.

7. Dein ist der Tag, dein ist die Nacht dazu,  / du rufst dem Licht und lässt die Sonne glänzen,  / du stellest fest der Erde weite Grenzen,  / den Sommer wie den Winter machest du.

8. Du bist ein Gott, der Bund und Treue hält.  / Gewalttat reckt ihr Haupt in allen Landen.  / Führ deine Unterdrückten aus den Banden  / und schaffe Recht den Armen in der Welt!

9. Wie lange währt’s, wann kommst du zum Gericht?  / Auf, führe deinen Streit, o Gott der Götter!  / Sei unser Helfer, sei du unser Retter,  / sei unser Heil. O HERR, vergiss uns nicht.  / Melodie: Genf 1562  / Text: Str. 1-6, 8, 9: Alfred Rauaus 1990, Str. 7: Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman

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