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Impuls

Kurzer theologischer Impuls

Täglich finden Sie hier eine Anregung: am Montag Zitate des Theologen Martin Bucers (1491-1551) aus seinem Straßburger Katechismus; am Dienstag Fotografien von Waldenser-Kirchen weltweit, anlässlich 850 Jahre Waldenserbewegung; am Mittwoch Zitate der Hugenottin Marie Durand (1711-1776) aus Briefen, die sie während ihrer Gefangenschaft schrieb; am Donnerstag Lebensweisheiten zum Grübeln; am Freitag Gemälde Claude Monets (1840-1926) zu seinem 100. Todestag (Wikicommons); am Samstag Weisheiten prominenter Denker*innen aus dem Buch „Zähl nicht die Schafe, sondern sprich mit dem Hirten!“ (Luther-Verlag) und am Sonntag Zitate Martin Luther Kings, der vor 60 Jahren in Chicago in einem symbolischen Thesenanschlag gleiche bürgerliche Rechte für alle forderte.

Impuls

Lebenskunst - Fragen zum Nachdenken
Geschwisterlichkeit - Keuschheit
Was heisst für Sie „jemandem zu nahe treten“? - Was kommt bei Ihnen öfter vor: dass man Ihnen zu nahe tritt oder dass Sie jemandem zu nahe treten? - Wie erklären Sie sich das? - Erinnern Sie sich an Situationen, wo Ihre Neugier so hemmungslos war, dass sie auch vor der Privatsphäre anderer nicht halt machte? - Erinnern Sie sich an Situationen, wo Sie Ihrer Neugier ganz bewusst Grenzen gesetzt haben aus Respekt vor der Intimsphäre eines andern Menschen? - „Intimsphäre“: Gibt es für Sie ausserhalb der Sexualität noch andere Dinge, die zum Geheimnis eines Menschen gehören, das nicht angetastet werden sollte?
Gabrielle Zangger-Derron (1998) aus Lebenskunst - Stücke für jeden Tag
Briefe von Marie Durand (1711-1776)

Ich habe lange gebraucht, um Ihnen zu antworten, aber das ist nicht meine Schuld. Ich wollte versuchen, etwas für Sie herauszufinden, um es Ihnen mitzuteilen; aber was ich herausfinden konnte, wird uns die Zeit wohl zeigen. Zunächst möchte ich Ihnen sagen, dass ein junger invalider Mann aus meinem Land, der bei einem Schuhmacher in dieser Stadt arbeitet, gehört haben will, dass ein c... seinem Bourgeois gesagt habe, dass der p... an ihre Provinz geschrieben habe, dass Frankreich bald ganz protestantisch sein würde. [D]er Sohn einer meiner Landsfrauen erzählte mir, dass ein Herr vorbeigekommen sei, vermutlich aus Paris und zu einem bestimmten Zweck nach Soyons geschickt, der nach dem Standort des Tempels gefragt habe. Als man ihn dorthin geführt habe, habe er gefragt, was man mit den Steinen dieses Tempels gemacht habe. Man gab ihm Auskunft, und] am Tag nach seiner Abreise sagte der Pfarrer des Ortes zu einem ehrbaren Katholiken, dass die Protestanten noch vor Ende dieses Jahres ihre volle Gewissensfreiheit erhalten würden. Dieser Katholik erzählte es dem Sohn meiner Landsfrau und versicherte ihm, dass es die Wahrheit sei.


An Pastor Paul Rabaut, 21. August 1762
850 Jahre Waldenserbewegung

Temple de Mérindol (Foto: Véronique Pagnier)

Martin Bucer (1491-1551): Straßburger Katechismus - Für die Jungen

Vater:
Welches ist das neunte Gebot?

Kind:
Du sollst kein falsches Zeugnis reden.

Vater:
Was will das sagen?

Kind:
Dass wir von unserem Nächsten so reden, hören und glauben, wie wir wollen, dass ein jeder von uns redet, hört und glaubt.

Vater:
Richtig; denn wer eine falsche Zeugenaussage von Herzen scheut, dem werden der Name und der Ruf seines Nächsten ebenso am Herzen liegen wie sein eigener Name und sein eigener Ruf.


Aus: Martin Bucer: Straßburger Catechismus (1534), in neuhochdeutscher Übersetzung
Zitat zum Sonntag Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf, 1797–1854, Schweizer Schriftsteller und Pfarrer)
Aus: Bernd Becker, Hans Möhler (Hg.): Zähl nicht die Schafe, sondern sprich mit dem Hirten: 365 inspirierende Zitate und Sprüche
Impressionen von Claude Monet (1840-1926)

Weizenhaufen zum Sommerende (1890-91)

Martin Luther King: Forderungen der Friedensbewegung

From the People: Selective buying campaigns against businesses that boycott the products of Negro-owned companies.

(Von den Menschen: Selektive Kaufkampagnen gegen Unternehmen, die Produkte von Unternehmen boykottieren, die sich im Besitz von Schwarzen befinden.)

Im Jahr 1966 Jahren heftete der Friedensaktivist Martin Luther King - ähnlich wie Martin Luther - Thesen an die Rathauswand von Chicago. Der zitierte Text gibt zentrale Forderungen der Friedensbewegung von Chicago wieder: Gleichberechtigung für alle und eine Aufhebung der Rassentrennung.


Chicago, 10. Juli 1966