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Psalm 36

1. Der Böse redet stolz sich ein,  / dass Gottesfurcht sei Wahn und Schein,  / dass Gott darauf nicht achtet.  / Dann rühmt er, dann gefällt er sich,  / wenn er geheim und öffentlich  / nach Freveltaten trachtet.  / Sein Denken ist Vermessenheit,  / sein Wort und Tat Gottlosigkeit,  / und nimmer sinnt er Gutes.  / Des Nachts erdenkt er seinen Plan,  / schafft sich am Tage freie Bahn,  / wirkt Unheil frohen Mutes.

2. HERR, deine Güt und Wahrheit steht,  / so hoch und weit der Himmel geht,  / dein Recht steht ohne Wanken.  / Ist dein Gericht ein Abgrund mir,  / so müssen Mensch und Vieh doch dir  / für deine Hilfe danken.  / Wie teur ist deine Güte! Du,  / du gibst den Menschenkindern Ruh  / in deiner Flügel Schatten,  / wo du aus Freudenströmen tränkst,  / die Güter deines Hauses schenkst  / und hoch erquickst die Matten.

3. Bei dir fließt unser Lebensquell,  / in deinem Lichte sehn wir hell,  / wir können sonst nicht sehen.  / Lass über deiner Kinder Schar  / dein Recht und Gnade immerdar  / als Schild und Sonne stehen.  / Kein stolzer Fuß zertrete mich,  / nie rühm die Hand des Frevlers sich,  / dass sie mich stoß darnieder.  / Die Bösen stürzt ihr böser Sinn,  / seht, die Verbrecher sinken hin  / und kehren nimmer wieder.  / Melodie: 1543 / Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei

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