Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 96

1. Sing, Erde, sing in frohen Chören  / ein neues Lied zu Gottes Ehren.  / Groß ist der Gnade Herrlichkeit,  / die uns mit frohem Heil erfreut.  / Lass täglich ihn dein Loblied hören.

2. Der tote Götze kann nichts geben,  / es lebt der HERR und gibt uns Leben.  / Den Himmel und die Erde schuf  / der HERR durch seiner Allmacht Ruf.  / Lasst seinen Namen uns erheben.

3. Was prächtig schimmert, wird zunichte  / beim Glanz vor seinem Angesichte.  / Wie strahlet Herrlichkeit und Ruhm  / hervor aus seinem Heiligtum.  / Er ruft euch, Völker, kommt zum Lichte! 

4. Kommt, naht euch feierlich geschmücket  / ihm, dem sich Erd und Himmel bücket,  / und betet an die Majestät,  / die über alle Himmel geht  / und hier in Gnaden auf euch blicket.

5. Du, Himmel, jauchz dem HERRN zu Ehren!  / Du, Erd, sollst seinen Ruhm vermehren!  / Du, Meer, erhebe brausend dich!  / Ihr, Feld und Wald, rühmt feierlich!  / Der HERR lässt seine Stimme hören.

6. Der HERR ist König! Sagt’s den Heiden,  / verkündiget es laut mit Freuden.  / Die Welt steht fest und wanket nicht.  / Er trägt sie, er hält einst Gericht,  / wird zwischen Recht und Unrecht scheiden.  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Matthias Jorissen 1793

Psalm 102

1. Dir will ich mein Herz ausschütten,  / HERR, ach höre meine Bitten!  / Mein Geschrei dringt durch zu dir.  / Wend dein Antlitz nicht von mir,  / neig dein Ohr und komm mir Armen  / doch entgegen mit Erbarmen,  / hör in meiner Not mich flehen,  / eile, sonst muss ich vergehen! 

2. Auf, Erbarmer, sammle wieder  / Zions ganz zerstreute Glieder.  / Sieh, das Wort aus deinem Mund  / tut uns die Erlösung kund.  / Ja, der Tag von dir versprochen,  / ist schon wirklich angebrochen.  / Bald ist doch die Zeit erschienen,  / dass wir dir in Freiheit dienen.

3. Denk, o HERR, wie lang die Deinen  / über Zions Trümmer weinen.  / Wenn einmal ihr Auge schaut,  / dass es wieder steht gebaut,  / dann wirst du dich dort verklären,  / Heiden werden dich verehren  / alle Kön’ge staunend stehen,  / deine Herrlichkeit zu sehen.

4. Ja, der HERR wird Zion bauen,  / dort sich uns, die ihm vertrauen,  / zeigen in der Herrlichkeit,  / unsrer Väter Ruhm und Freud.  / Ja, Gott wird Erlösung senden,  / sich zu den Verlassnen wenden.  / Seines Volkes heißes Flehen  / kann der HERR nicht lang verschmähen. 

5. Wer sollt ihn nicht freudig loben,  / der auf seinem Thron von oben  / auf sein Volk, dem Tode nah,  / mit Erbarmen niedersah!  / Unsre Seufzer, unsre Schmerzen  / dringen unserm Gott zu Herzen.  / Seine Hand kann aus den Ketten  / die zum Tod Verdammten retten. 

6. O sein Name sei gepriesen,  / ihm in Zion Ehr erwiesen!  / Salem muss sich in ihm freun  / und sich seinem Lobe weihn!  / Völker werden betend eilen,  / unser Heil mit uns zu teilen,  / Könige sich zu uns kehren  / und dem HERRN die Treue schwören. 

7. Heil dem, der das wird erleben!  / Doch wer wird mir Kräfte geben?  / Gott hat mich in Staub gestürzt,  / meine Tage abgekürzt.  / Töt mich nicht durch deine Plage  / in der Hälfte meiner Tage!  / Sind nicht deine Lebenszeiten  / Ewigkeit der Ewigkeiten?

8. Dein allmächtiges: Es werde!  / hat gegründet einst die Erde  / und des hohen Himmels Zelt  / majestätisch hingestellt.  / Doch, wie fest sie jetzt auch stehen,  / Erd und Himmel muss vergehen,  / nichts kann ihnen Dauer geben.  / Du allein wirst ewig leben.

9. Sinkt der Himmel, fällt die Erde  / wie ein altes Kleid, dein Werde!  / hat bald eine neue Welt  / aus dem Staube dargestellt.  / Wechseln sie, du bleibest immer,  / deine Schönheit altert nimmer.  / Sind nicht deine Lebenszeiten  / Ewigkeit der Ewigkeiten? 

10. Einst wird unser Auge sehen  / alles in Erfüllung gehen.  / Erd und Himmel mag vergehn,  / Gottes Wort bleibt ewig stehn.  / Bald erhebet deine Rechte  / unsre Kinder, deine Knechte,  / dass sie in dem Land gedeihen  / und sich deiner ewig freuen.  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
Psalm 85

1. Du warest vormals gnädig deinem Land,  / du schontest es mit väterlicher Huld.  / Bei dir, o HERR, das Volk Errettung fand,  / und du vergabst aus Gnaden seine Schuld.  / In Liebe hatte sich dein Zorn verkehrt,  / es bat um Segen und es ward erhört.  / So tröste jetzt auch uns mit deiner Gnad,  / erbarme dich, vergib die Missetat.

2. Horch nun, mein Geist, ob Gott nicht Antwort gibt  / und nicht von Heil zu seinem Volke spricht.  / O ja, von Frieden spricht er, denn er liebt  / noch treu sein Volk, und er verlässt es nicht.  / Nur dass man treu auf seine Worte hör  / und niemals wieder sich zur Torheit kehr!  / Ja, wer ihn ehrt, dem naht die Hilfe schon,  / dass wieder Ehr in unserm Lande wohn.

3. Die Güte wird der Treu entgegengehn,  / Gerechtigkeit und Friede küssen sich.  / Du, Erde, wirst die Treue blühen sehn,  / vom Himmel schaut Gerechtigkeit auf dich.  / Gott ist uns gut und gießt Gedeihen aus,  / das Erdreich bringt den Segen uns ins Haus.  / Seht, vor ihm her geht die Gerechtigkeit,  / die unser Land mit jedem Schritt erfreut.  / Melodie: Genf 1562  / Text: Str. 1 nach Johannes Stapfer 1719-1803, Str. 2 und 3 nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 80

1. O Israel’s Shepherd, hear our pleading,  / O Thou who Joseph’s flock art leading,  / Enthroned above the cherubim!  / Shine forth before Thy Ephraim,  / Show Benjamin, Manasseh light!  / Come, save us, God! Stir up Thy might! 

2. How long wilt Thou with indignation  / Ignore Thy people’s supplication?  / Tears are the bread of Israel;  / Thou givest tears to drink as well.  / Thou makest us to suffer scorn;  / Our neighbors’ jeering we have borne.

3. LORD God of hosts, wilt Thou restore us;  / Cause then Thy face to shine before us.  / From servitude in Egypt’s land  / Didst Thou bring out a vine to plant.  / Where other nations dwelt before  / Thou plantedst it for evermore. / W. W. J. VanOene & William Helder, 1972


Genevan Psalter
Psalm 24

1. Der Erdkreis ist des HERRN allein  / und alles, was drauf wohnt, ist sein,  / sein der Geschöpfe große Heere.  / Durch Bäch und Flüsse, die er führt,  / hat er die Erde schön geziert,  / er gründet sie auf tiefem Meere.

2. Wer darf zum HERRN nach Zion gehn?  / Wer darf in seinem Tempel stehn,  / der Wohnung, die er sich erkoren?  / Wem Herz und Hand der Glaube lenkt,  / und wer des Bundes stets gedenkt,  / den Gott einst seinem Volk geschworen.

3. Der wird vom HERRN zu jeder Zeit  / viel Segen und Gerechtigkeit  / vom Gotte seines Heils erlangen.  / Wie Jakob wandelt er im Licht  / und sucht des HERREN Angesicht,  / von Gottes Gnade schon umfangen.

4. Ihr Pforten, hebt das Haupt empor,  / erweitert jedes ewge Tor!  / Der König kommt, er kommt mit Ehren.  / Wer ist der Ehrenkönig dann?  / Der HERR, dem alles untertan,  / der Überwinder großer Heere.

5. Ihr Pforten, hebt das Haupt empor,  / erweitre dich, uraltes Tor!  / Der König kommt, er kommt mit Ehren.  / Wer ist der König? Er ist Gott,  / er wird genannt HERR Zebaoth.  / Der ist der König aller Ehren.  / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Lyon 1548  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 126

1. When Zion was at last restored,  / Brought out of bondage by the LORD,  / It seemed a dream to us, and we  / All laughed and shouted joyfully.  / Then it was said among the nations,  / “To them the LORD gave restoration.”  / The LORD has done great things for us;  / With joy and thanks His Name we bless.

2. Restore our fortunes by Thy hand,  / O LORD, like streams in desert land.  / Grant those who sow their seed in tears  / A golden harvest through the years.  / The sower bearing grain in sadness  / Shall certainly come home with gladness  / When, at the harvest, he retrieves  / The increase in abundant sheaves. / Dewey Westra, 1967, & William Helder, 1980


Genevan Psalter
Psalm 50

1. Der Gott, der lebt, der Herr der Herren spricht.  / Dir, Erde, gilt’s, verschließ vor ihm dich nicht.  / Vom Aufgang bis zum fernen Niedergang  / ergeht sein Wort. Bring du ihm Lob und Dank!  / Von Zion aus des Tempels Innern strahlet  / sein Licht, das alle seine Hoheit malet. 

2. Seht unsern Gott, er kommt und schweiget nicht.  / In Sturm und Feuer hält er sein Gericht.  / Sein Ruf und Wort die ganze Welt durchdringt  / und seines Volkes Scharen zu ihm bringt:  / Versammelt euch, die ihr die Opfer brachtet  / und als Getreue meinen Bund beachtet!

3. Der Himmel rühmt des HERRN Recht und Gericht  / Gott hält sein Wort, und er vergisst es nicht.  / Hör, Israel, mein Volk, hör mein Gebot,  / merk, was ich will: Ich bin der HERR, dein Gott.  / Ich frage nicht nach deinen Opfergaben,  / du sollst nach mir von ganzen Herzen fragen.

4. Gott opfre Dank, stell dich dem Höchsten dar,  / bring dein Gelübde auf den Dankaltar,  / dann ruf zu mir in aller deiner Not,  / so helf ich dir und rett aus Not und Tod.  / Ich bin dein Gott und will’s an dir beweisen,  / du sollst mich bald als deinen Heiland preisen!

5. Wer Gott vergisst, den rettet keiner mehr!  / Wer bei ihm bleibt, den trägt und schützt der HERR.  / Wer nach ihm sucht, sich ihm zum Opfer weiht,  / der findet ihn und findet Seligkeit.  / Auf diesem Weg kann er durchs Leben gehen  / und immerdar vor Gottes Antlitz stehen.  / Melodie: 1543 / Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 90

1. LORD, Thou hast been since Thou didst shape  / creation  / Our dwelling place in ev’ry generation.  / Before the mountains were brought forth and  / grounded,  / And Thou the earth and world hadst formed and  / founded,  / From everlasting stands Thy holy throne;  / To everlasting Thou art God a lone.

2. What is our worth when Thou Thy help delayest?  / Thou turnest man back to the dust and sayest,  / “Turn back, O sons of man,” and thus we perish.  / Brief is our life, and vain the things we cherish.  / A thousand of our years are in Thy sight  / A day gone by, a watch gone with the night.

3. Thou sweepest men away, vain in their glory,  / For they are like a fleeting dream before Thee,  / Like grass which springs up in the early morning,  / Like flowers for a while the earth adorning  / That with the dawn unfold on hill and glade:  / By evening time they wither and they fade. / W. van der Kamp, 1972; rev.


Genevan Psalter
Psalm 46

1. Gott ist uns Zuflucht in Bedrängnis  / und Hilfe gegen das Verhängnis.  / Wenn unter uns der Boden bebt,  / wir bangen nicht, da er uns hebt.  / Wenn rings umher die Berge sinken  / und Felsen in der Flut ertrinken:  / Der HERR ist mit uns. Er gibt Halt.  / Gewaltig birgt er vor Gewalt.

2. Die Stadt, da Lebenswasser rinnen,  / ist sein, und er ist bei ihr drinnen.  / Er hilft ihr, wenn der Morgen graut.  / Sie steht, solange sie vertraut.  / Ob Reiche wanken, Völker toben,  / Gott spricht sein Wort, wir dürfen loben:  / Der HERR ist mit uns. Er gibt Halt.  / Gewaltig birgt er vor Gewalt.

3. Kommt her und schaut doch, wie Gott richtet,  / wie er den Streit auf Erden schlichtet,  / den Speer zerspellt, den Schild verbrennt  / dass jeder ablässt und erkennt:  / Nur Gott allein kann Kriegen steuern  / und im Gericht die Welt erneuern.  / Der HERR ist mit uns. Er gibt Halt.  / Gewaltig birgt er vor Gewalt.  / Melodie: 1543 / Genf 1551  / Text: Jürgen Henkys 1990


Dick Sanderman
Psalm 19

1. Der hohen Himmel Chor trägt Gottes Ehre vor,  / erzählt von seiner Macht. Ihn preist mit Jubelruf  / das Werk, das er erschuf, des Firmamentes Pracht.  / Tag kündet Tag erregt, von Gottes Glanz bewegt,  / sein Lob mit hellem Munde. Nacht offenbart der Nacht  / von dem, der sie gemacht, geheimnisvolle Kunde.  /

2. Zu Gottes ewgem Ort steigt ohne Sprach und Wort  / der Schöpfung Lobgesang. Von Menschen ungehört  / erhebet sich und ehrt ihn reiner Töne Klang.  / In alle Lande dringt, was ihre Stimme singt.  / Ihr Schall geht ohne Wende bis an der Welten Saum,  / füllt aller Zeiten Raum, kennt weder Halt noch Ende.  /

3. Er hat der Sonn ein Zelt am Himmel aufgestellt,  / darin sie ruht zur Nacht. Wie sein Gemach zum Fest  / ein Bräutigam verlässt, strahlt ihres Aufgangs Pracht.  / Sie freut sich, ihre Bahn vom Ost zum Ozean  / stark wie ein Held zu ziehen. Von ihrem Licht erhellt  / kann in der ganzen Welt nichts ihrer Glut entfliehen.  /

4. Des HERRN Gesetz ist gut. Es macht der Seele Mut.  / Sein Zeugnis ist gewiss. Der Unverständgen Sinn  / lenkt es zur Weisheit hin aus tiefer Finsternis.  / Des HERRN Gebot erfreut das Herz zu jeder Zeit  / mehr als des Goldes Menge, macht unsre Augen hell,  / ist aller Wahrheit Quell, bleibt in der Zeiten Länge.  /

5. HERR, durch dein heilges Recht lässt warnen sich dein Knecht,  / folgt deiner Weisung gern. Denn wer sie hält und ehrt,  / dem wird gewiss gewährt der große Lohn des HERRN.  / Doch, ach, wer merkt und sieht mit wissendem Gemüt  / auch die verborgnen Sünden? Von unbewusster Tat  / lass, HERR, durch deine Gnad mich in die Freiheit finden!  /

6. HERR, deinen Knecht bewahr vor Frevlern immerdar,  / leit mich nach deinem Rat, dass ich unsträflich sei  / und immer bleibe frei von großer Missetat.  / Lass wohlgefallen dir, was ich geredet hier,  / gefleht in deinem Namen. Mein Herzenswort erhör!  / Du bist mein Fels, o HERR, und mein Erlöser. Amen.  / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Lyon 1548  / Text: Alfred Rauaus 1990


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
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