Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 105

1. Dank, dank dem HERRN, du, Jakobs Same,  / denn hoch und herrlich ist sein Name.  / Geht, kündigt allen Völkern an  / die Taten, die sein Arm getan.  / Singt, spielt und redet froh von ihm,  / dass alles seine Wunder rühm.

2. Sein Nam ist heilig, preist ihn, rühmet,  / freut euch des Namens, wie’s euch ziemet.  / Gott, der euch sich zum Volke schafft,  / ist euer Leben, Licht und Kraft.  / Wer je nach dem Erbarmer fragt,  / des Herz sei froh und unverzagt.

3. Fragt nach dem HERRN und seiner Stärke,  / der HERR ist groß in seinem Werke.  / Sucht doch sein freundlich Angesicht:  / Den, der ihn sucht, verlässt er nicht.  / Denkt an die Wunder, die er tat,  / und was sein Mund versprochen hat.

4. Er will stets seines Bunds gedenken,  / nie wird er seine Treue kränken.  / An tausend nach uns immerfort  / erfüllt er sein Verheißungswort.  / Der Bund, der Abrams Hoffnung war,  / steht jetzt noch da unwandelbar.

5. O seht, wie Gott sein Volk regieret,  / aus Angst und Not zur Ruhe führet.  / Er hilft, damit man immerdar  / sein Recht und sein Gesetz bewahr.  / Ja, wer ihn kennet, dient ihm gern.  / Gelobet sei der Nam des HERRN!  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 44

1. O Gott, von unsern Vätern hörten  / wir einst erzählt, als sie uns lehrten,  / welch große Taten du getan  / vorzeiten, ja von Urzeit an.  / Du pflanzest Israel ins Land,  / gabst eine Heimstatt ihm auf Erden.  / Die Völker flohn vor deiner Hand,  / sie mussten ganz zuschanden werden.

2. Denn nicht durch ihres Armes Stärke  / vollbrachten sie so große Werke,  / nicht ihres Schwertes große Macht  / hat sie ins Land hineingebracht.  / Die eigne Kraft erlangt es nicht.  / Durch deinen Arm, dein Wohlgefallen,  / durch deines Angesichtes Licht  / ist ihnen alles zugefallen.

3. Du nur kannst Jakob Hilf verleihen,  / mein Gott und König, und befreien.  / So rühmen wir dich allezeit  / und deines Namens Herrlichkeit.  / Warum verlässt du uns in Not,  / dass wir im Streit zuschanden werden,  / verkaufst für nichts dein Volk dem Tod,  / machst uns zum Spott ringsum auf Erden?

4. Nie haben wir den Bund verlassen,  / so dass der HERR uns müsste hassen.  / Wann hoben wir zum fremden Gott  / die Hände je in unsrer Not?  / Er kennt ja unsres Herzens Grund,  / Verborgnes selbst kann er erhellen,  / weiß jedes Wort in unserm Mund,  / vermag uns in sein Licht zu stellen.

5. Ach sieh, wie täglich unser Leben  / vom Feind wird in den Tod gegeben.  / Um deinetwillen werden wir  / geschlachtet wie die Schafe hier.  / Erwache, HERR, o werde wach!  / Verbirg dein Angesicht nicht länger,  / sieh unser Elend, unsre Schmach  / und rette uns vor dem Bedränger! 

6. HERR, mach dich auf und hilf uns Armen,  / errette uns durch dein Erbarmen!  / Am Boden liegen wir im Staub,  / schon nimmt der Tod uns sich zum Raub.  / Steh auf, du Helfer in der Not,  / erheb dich, unser Weh zu stillen!  / Ist Gnade doch bei dir, o Gott.  / Rett uns um deiner Gnade willen!  / Melodie: Genf 1551  / Text: Alfred Rauhaus 1990


Dick Sanderman
Psalm 109

1. O be not silent, heed and hear me;  / God of my praise, art Thou not near me?  / For wicked mouths, Thy word defying,  / Frame with their tongues deceit and lying.  / Though not deserving ill or threat,  / I am with words of hate beset.  /

2. They rave and without cause abuse me  / And in return for love accuse me.  / I pray for those who have abhorred me;  / With evil they for good reward me.  / LORD, Thou dost see it from above;  / With hatred they repay my love.  /

3. Appoint a wicked man to seize him.  / Let his accuser not release him;  / To him be guilt and blame awarded.  / His prayers be all as sin regarded!  / His days be few, his life distressed,  / His goods by other men possessed.  / Text: W. van der Kamp, 1972; rev.


Genevan Psalter
Psalm 11

1. Gott ist mein Schutz. Kann mich sein Schild nicht decken?  / Was sagt ihr denn, ich solle lieber fliehn  / und ängstlich wie ein Vogel mich verstecken?  / Ich spür es wohl: Die mächtgen Feinde ziehn,  / der Pfeil ist schussbereit, er soll nur töten.  / Die Schutzwehr bricht, der Hass ist weit gediehn,  / und schrecklich wird das Recht des HERRN zertreten.  /

2. Wenn alles fällt, was tun dann die Gerechten?  / Sie schaun auf Gott und geben ihm die Ehr.  / Er wird gewiss mit seinen Feinden rechten.  / Doch die zu ihm gehören, liebt er sehr.  / Gerechtigkeit geht aus von seinem Throne.  / Sein prüfend Blick nimmt wahr der Frevler Heer,  / und er befiehlt, dass niemand sie belohne.  /

3. Gott ist gerecht in allen seinen Wegen,  / er straft und lohnt gewiss zu seiner Zeit.  / Dem, der ihn liebt, kommt er mit Gnad entgegen,  / vergilt nach Recht und nach Gerechtigkeit.  / Wie gerne hilft er seinen Freunden allen!  / Ihr Auge schaut nach ihm in Druck und Leid,  / sein Auge schaut auf sie mit Wohlgefallen.  / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 124

1. Sing, Gottes Volk: Wär unser Gott nicht treu  / und stände er uns nicht allmächtig bei,  / hätt über uns sein Auge nicht gewacht,  / so hätt uns längst der Menschen List und Macht  / in Staub gesenkt, ja grausam umgebracht.

2. Gelobt sei Gott! Er riss uns aus der Pein  / und lässt uns nicht der Feinde Beute sein.  / Wir sind entflohen wie ein Vögelein  / des Voglers Strick, die Schlinge schloss uns ein,  / jedoch sie riss. So kann nur Gott befrein.

3. Seht, unsre Hilf ist in der Hand des HERRN.  / Er bleibt uns nah und hilft uns immer gern.  / Der Himmel, Erd und Meer hervorgebracht,  / noch alles trägt und über Menschen wacht,  / der ist’s, der uns beschützt und selig macht.  / Melodie: Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 6

1. HERR, sieh mich an in Gnaden,  / mit Leid bin ich beladen,  / erfahre dein Gericht.  / Vor Angst könnt ich verzagen,  / bitt dich in allen Plagen:  / Straf mich im Zorne nicht!  

2. Um deiner Güte willen  / und dein Wort zu erfüllen  / rett mich aus meiner Not.  / Bin ich von dir geschieden,  / finde ich keinen Frieden.  / Wer lobt dich noch im Tod?

3. Vor Kummer und vor Sehnen  / netz ich mein Bett mit Tränen  / und seufze jede Nacht.  / Heil mich, dass ich genese,  / aus allem mich erlöse,  / was mich hat krank gemacht.

4. Weicht von mir, Übeltäter!  / Den Feind und den Verräter  / straft Gott in seinem Grimm.  / Die Tränen sind gestillet,  / Gott hat sein Wort erfüllet.  / Er hörte meine Stimm.

5. Ja, HERR, du hörst mein Flehen,  / mein Bitten ist geschehen,  / dein Wort sprichst du mir zu.  / Bin ich bei dir in Gnaden,  / kann mir der Feind nicht schaden.  / Du bist mein Heil, HERR, du!  / Melodie: Straßburg-Genf 1542  / Text: Gerhard Fooken 1967 / 1990


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
Psalm 103

1. Lobsinge Gott, erwecke deine Kräfte, / mein Geist, sein Lob sei immer dein Geschäfte. / O bet ihn an, sein Nam ist Majestät. / Lobsing dem HERRN, erheb ihn, meine Seele! / Er sorget treu, dass dir kein Gutes fehle. / Vergiss den nicht, der dich durch Huld erhöht. /

2. Preis ihn! Er ließ vor ihm dich Gnade finden, / und er vergibt dir alle deine Sünden. / Er ist dein Arzt, der deine Krankheit heilt. / Ja, er erlöst dein Leben vom Verderben, / krönt dich mit Huld als seines Reiches Erben, / da seine Hand dir Gnad um Gnad erteilt. /

3. Preis ihn, der dich mit Speis die Füll erfreuet, / die Jugend dir im Alter noch erneuet! / Er gibt dir gleich dem Adler Kraft und Mut. / Er leitet, die Gewalt und Unrecht leiden, / vom Kummer zum Genusse großer Freuden. / Gott selber bleibt der Armen höchstes Gut. /

4. Er schaffet allen Recht, die Unrecht leiden, / und hat geoffenbart seit alten Zeiten / sein herrlich Tun den Kindern Israel. / Er ist barmherzig und von großer Treue, / übt jeden Morgen Gnad und Güt aufs neue. / Sein Lieben bleibt, sein Zorn vergehet schnell. /

5. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, / zerschlagnen Herzen lässt er Heil verkünden. / Er straft uns nicht in seiner großen Huld, / und züchtigt er, will er uns nur umsorgen. / So weit entfernt der Abend ist vom Morgen, / entfernet er von uns die Last der Schuld. /

6. Wie sich erbarmt ein Vater seiner Kinder, / so voll von Huld erbarmt sich Gott der Sünder, / die hier gebeugt vor ihm um Gnade flehn. / Er weiß, dass er uns bildete aus Erde, / ist eingedenk, dass Staub zu Staube werde / und wir ohn ihn ohnmächtig untergehn. /

7. Ist nicht der Mensch bei vieler Müh und Plagen / dem Grase gleich in seinen Lebenstagen? / Wie eine Blum des Feldes blühet er. / Es fährt darüber hin des Windes Wehen, / da ist die Blume nimmermehr zu sehen, / und ihre Stätte weiß nichts mehr von ihr. /

8. Von Ewigkeit zu Ewigkeit soll währen / die Huld des HERRN für alle, die ihn ehren, / und seine Gnad auf Kindeskindern ruhn. / Sein ewig Heil wird über allen walten, / die seinen Bund, sein göttlich Zeugnis halten / und, was er will, von ganzem Herzen tun. /

9. Lobt, lobt den HERRN, ihr seine lichten Heere! / Ihr dienet ihm, auch euch ist’s Ruhm und Ehre, / wenn ihr, wie’s ziemt, stets seinen Willen tut. / Lobsingt dem HERRN, ihr alle seine Werke, / so weit er herrscht, erhebet seine Stärke! / Und du, mein Geist, erheb dein höchstes Gut! / Melodie: Genf 1551 / Text: nach Matthias Jorissen 1793, Str. 4, 5, 7 nach August Ebrard 1852


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
Psalm 96

1. Sing, Erde, sing in frohen Chören / ein neues Lied zu Gottes Ehren. / Groß ist der Gnade Herrlichkeit, / die uns mit frohem Heil erfreut. / Lass täglich ihn dein Loblied hören. /

2. Der tote Götze kann nichts geben, / es lebt der HERR und gibt uns Leben. / Den Himmel und die Erde schuf / der HERR durch seiner Allmacht Ruf. / Lasst seinen Namen uns erheben. /

3. Was prächtig schimmert, wird zunichte / beim Glanz vor seinem Angesichte. / Wie strahlet Herrlichkeit und Ruhm / hervor aus seinem Heiligtum. / Er ruft euch, Völker, kommt zum Lichte! /

4. Kommt, naht euch feierlich geschmücket / ihm, dem sich Erd und Himmel bücket, / und betet an die Majestät, / die über alle Himmel geht / und hier in Gnaden auf euch blicket. /

5. Du, Himmel, jauchz dem HERRN zu Ehren! / Du, Erd, sollst seinen Ruhm vermehren! / Du, Meer, erhebe brausend dich! / Ihr, Feld und Wald, rühmt feierlich! / Der HERR lässt seine Stimme hören. /

6. Der HERR ist König! Sagt’s den Heiden, / verkündiget es laut mit Freuden. / Die Welt steht fest und wanket nicht. / Er trägt sie, er hält einst Gericht, / wird zwischen Recht und Unrecht scheiden. / Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 107

1. Dankt, dankt dem HERRN und ehret, / rühmt seine Freundlichkeit, / denn seine Güte währet / jetzt und in Ewigkeit. / So sing, du Volk des HERRN, / das er vom Feind erlöste. / Im Leid blieb er nicht fern, / er kam, dass er dich tröste. /

2. Die durch die Wüsten irrten, / wo sich kein Weg mehr fand, / die Durst und Hunger spürten / im ungebahnten Land / und schrien zu ihrem Gott: / »HERR, hilf uns, wir vergehen!«, / die ließ er in der Not / sein Wunderwirken sehen. /

3. So sättigt er die Armen, / die Durst und Hunger drückt. / Er ist’s, der mit Erbarmen / die matte Seel erquickt, / der Brot die Fülle gibt, / der kann und will gern geben. / Weil er das Leben liebt, / schenkt er den Toten Leben. /

4. Er führt in Dunkelheiten / sein Volk auf sicherm Pfad. / Er will sie selber leiten / zur lang gesuchten Stadt. / Lass sie mit Lobgesang / hoch seine Güt erheben, / vor aller Welt ihm Dank / für seine Wunder geben! /

5. Sie, die in Fesseln saßen, / wo Todesschatten naht, / weil sie den HERRN vergaßen, / verwarfen seinen Rat, / erfuhren in der Not, / dass Elend folgt auf Sünden / und dass in Not und Tod / kein Helfer sei zu finden. /

6. Doch wenn zu ihm sie flehten: / »Ach, HERR, erbarme dich!«, / dann hörte er ihr Beten, / und er erbarmte sich. / Aus tiefer Dunkelheit, / aus Angst und Finsternissen / hat sie ihr Gott befreit / und aller Not entrissen.


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
Psalm 57

1. Erbarme dich, mein Gott, bleib nah bei mir, / nur dir vertrau ich, frag allein nach dir. / In aller Not, wenn meine Kräft ermatten, / Gefahr mir droht, bin ich geborgen hier / im sichren Schutz, in deiner Flügel Schatten. /

2. Ich ruf zum HERRN, den Höchsten ruf ich an, / den Gott, der bald mein Leiden enden kann. / Er schickt in Gnaden Hilfe mir hernieder, / führt wieder mich auf seine grade Bahn, / und seine Treu und Güte kehren wieder. /

3. Regiere, HERR, mein Gott, in dieser Welt, / sei Herrscher über Erd und Himmelszelt, / errette mich und führ mich bald zum Ziele, / räum aus dem Weg, was gegen dich sich stellt, / dass ich dich lob mit meinem Saitenspiele. /

4. Dir sing ich, HERR, der herrlich sich gezeigt, / dem alle Welt mit Lob sich zugeneigt / und Lieder singt von seiner Macht und Hoheit. / So weit noch Wolken gehn, sich Himmel zeigt, / so weit reicht Gottes Güt und seine Wahrheit. / Melodie: 1554-56 / Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
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