Chronik

Weltgeschehen und reformierte Gedenktage

Die Chronik bietet Ge­denk­tage aus der reformierten Kir­chen- und Kulturge­schichte sowie Persönlichkeiten oder Er­eig­nisse mit runden Ge­burts­tagen, viele ausdrücklich reformiert, andere mit Nähe zur reformierten Welt. Lizenz: CC-BY-SA 4.0.

29.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

29.8.1523 - Ulrich von Hutten

Zwanzig Jahre ist er unterwegs gewesen, hat als Soldat gedient und als Poet ge­schrieben. In Wien hat er den Sankt Galler Reformator Vadian kennengelernt, in Mainz den Humanisten Erasmus von Rotterdam. Fünf Jahre lang hat er sich publi­zistisch an den Dunkelmännerbriefen beteiligt. Mit Luther hat er Briefe gewechselt und wurde mit ihm vor zwei Jahren päpstlich gebannt. Armut und Krankheit haben ihn gezeichnet. Zwingli hat ihm zur Heilung seiner Syphilis eine Zuflucht auf der Insel Ufenau im Zürichsee vermittelt. Vor fünf Wochen ist dort seine letzte Streitschrift fertig geworden, der Libellus in tyrannos. Heute stirbt der deutsche Ritter auf der Ufenau.

27.8.2026 Rückblende Reformierte Chronik

27.8.1647 - Westminster Confession

In der Westminster-Synode treffen sich seit vier Jahren englische und schotti­sche Pres­­byterianer, um im Auftrag des englischen Parlaments, das im Streit liegt mit dem konservativen Königshaus, Fragen des neuen nach­rö­mischen Glaubens verbindlich zu klären. Vor einem Jahr ist die Confession fertig geworden. Heute nimmt die schot­tische Generalsynode sie an. Im kommenden Jahr wird das englische Parlament sie zusammen mit zwei Katechismen ratifizieren und in Kraft setzen. Mit geringfügigen regionalen Abweichungen wird sie zur Grundlage sämtlicher Bekenntnisbildungen im angelsächsischen Raum werden.

26.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

26.8.1789 - Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Nach der Flucht von nahezu 200‘000 Hugenotten aus Frankreich, vor allem aus dem Norden, und dem Untertauchen der Gebliebenen, vor allem im Süden, hat sich die Lage der Reformierten vor zwei Jahren verbessert. König Louis XVI hat Nichtkatholi­ken zivilrechtliche Anerkennung gewährt. Inzwischen hat die Revolution gesiegt. Mar­quis de La Fayette, der für die Amerikaner gegen die Engländer gekämpft hat, hat im Geist der Unabhängigkeitserklärung von 1776 eine Vorlage erarbeitet. Heute setzt die neue Nationalversammlung die Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen in Kraft. Artikel 10 von 17 gewährt nun auch Reformierten das Recht auf freien und öf­fentlichen Kultus: Nul ne doit être inquiété pour ses opinions, même religieuses. In zwei Jahren wird die Verfassung die Kultusfreiheit garantieren.

24.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

24.8.1560 - Reformation in Schottland

Seit gestern tagt in Hercegszölös die ungarische Synode. Heute beschliesst sie die erste Kirchenordnung für den Donaudistrikt der Reformierten. Wenig später wird Dá­vid Huszár, Sohn des westungarischen Reformators Gallus Huszár, reformierter Pfar­rer und Chef einer Druckerei, sie herausgeben. In einem Jahr wird die Übersetzung des Heidelberger Katechismus folgen.

22.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

22.8.1864 - Genfer Konvention

Vor fünf Jahren hat Henri Dunant die humanitäre Katastrophe von Solferino miterlebt, vor zwei Jahren sein Buch darüber publiziert und vor anderthalb Jahren das Interna­tio­nale Rote Kreuz gegründet. Heute unterzeichnen auf Einladung des Schweizer Bun­desrats Vertreter von zwölf Staaten ein Papier, das Ärzte und Juristen auf Anre­gung von Dunant ausgearbeitet haben. In Artikel 7 wird das rote Kreuz auf weissem Grund als Zeichen der Erkennung und gleichzeitig als Tabu der Gewalt festgelegt. 1929 wird der rote Halbmond hinzukommen, 1949 eine weitere Konvention.

17.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

17.8.1576 - Erste ungarische Kirchenordnung

Seit gestern tagt in Hercegszölös die ungarische Synode. Heute beschliesst sie die erste Kirchenordnung für den Donaudistrikt der Reformierten. Wenig später wird Dá­vid Huszár, Sohn des westungarischen Reformators Gallus Huszár, reformierter Pfar­rer und Chef einer Druckerei, sie herausgeben. In einem Jahr wird die Übersetzung des Heidelberger Katechismus folgen.

16.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

16.8.2009 - Nina Hagen

Die deutsche Godmother of Punk ist zwar schon 54, aber in der DDR, wo sie 21 Jah­re lang gelebt hat, sind kirchliche Rituale verpönt gewesen. Dass Religion und Chri­stentum sie faszinieren, haben immer wieder mal Titel ihrer Songs, CDs und Bücher vermuten lassen. Heute lässt sie sich in der Gemeinde von Schüttorf in der ehemals reformierten Grafschaft Bentheim evangelisch-reformiert taufen, von Pastor Karl-Wil­helm ter Horst, mit dem sie befreundet ist. In einem Jahr wird das Soloalbum Perso­nal Jesus erscheinen, und ihre Show wird Nina Ha­gen liest und singt Bekenntnisse heissen.

15.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

15. August 1557 – Agnes Prest wird hingerichtet

Am 15. August 1557 wurde die Cornwallerin Agnes Prest in Exeter als evangelische Märtyrerin auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. weigerte sie sich, ihre reformatorischen Überzeugungen zu widerrufen. Insbesondere lehnte sie die Lehre von der Wandlung von Brot und Wein im Abendmahl ab und bekannte sich zur Autorität der Heiligen Schrift. Bis zuletzt blieb sie ihrem Glauben treu und nahm den Tod in Kauf. Ihr Leben erinnert daran, dass die Reformation nicht nur von Gelehrten und Reformatoren getragen wurde, sondern auch von einfachen Christinnen und Christen, die für ihre Überzeugung einstanden.

13.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

13. August 1727 – Aufbruch in Herrnhut

Am 13. August 1727 erlebte die Gemeinschaft in Herrnhut eine tiefgreifende geistliche Erneuerung. Unter der Leitung von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf fanden Christen unterschiedlicher Herkunft zu neuer Einheit im Glauben. Aus diesem Aufbruch entstand die Herrnhuter Brüdergemeine, deren weltweite Missionsarbeit bis heute nachwirkt

12.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

12.8.1584 - Hohe Schule Herborn

1559 hat Calvin in Genf die Académie gegründet. Sie ist Vorbild vieler Akademien in reformierten Gebieten geworden. Im deutschen Sprachraum heisst sie Hohe Schule. Vor fünf Jahren ist das reformierte Bekenntnis eingeführt worden. Heute stiftet Graf Johann VI. von Nassau die Johannea. Sie hat eine theologische, juristische, medizi­ni­sche und philosophische Fakultät. Ihre Blütezeit wird sie mit den Professoren Pis­ca­tor, Olevian und Althusius sowie den Studenten Molnár aus Ungarn und Comenius aus Böhmen erleben. Der Zürcher Drucker Corvinus wird 900 Schriften vervielfäl­ti­gen. Die Bundestheologie wird ihre Spezialität sein.

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