Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 102

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Ja, Israel hat dennoch Gott
Zum Trost in aller seiner Not.
O, Gott ist gut den reinen Herzen,
ein Licht in Nacht, ein Trost in Schmerzen,
und doch war ich geglitten fast,
gestrauchelt unter meiner Last,
daß ich mich schon dem Falle nah
und meinen Glauben wanken sah.

2. Ich war empört und sah mit Neid
der Stolzen Pracht und Herrlichkeit,
die immerfort in Sünden leben
und immer höher sich erheben.
Nichts hemmet ihren freien Lauf,
selbst Gottes Wort hält sie nicht auf.
Sie tun, was ihnen dünket recht,
und ihre Kraft bleibt ungeschwächt.

3. Es spricht ihr Mund in hohem Ton,
als käm’s herab vom Himmelsthron.
Was ihre Zunge sagt auf Erden,
soll gelten und befolget werden.
Und selbst mein Volk, das Gott verehrt,
läuft ihnen nach und wird betört,
kehrt sich von Gott und sucht Genuß
in der Gottlosen Überfluß.

4. Wie groß ist der Versuchung Macht!
Fast hätt ich auch wie sie gedacht
und so verurteilt und betrübet,
die Gott als seine Kinder liebet.
So sann ich nach und suchte Licht,
ich suchte, aber fand es nicht,
der Zweifel warf mich hin und her,
das Rätsel blieb, es war zu schwer.

5. Doch als ins Heiligtum ich trat
und Gott um Licht und Klarheit bat,
da sah ich staunend, daß sich wendet
der Frevler Glück und plötzlich endet.
Denn ihre Herrlichkeit ist Schaum
und geht vorüber wie ein Traum.
Sind sie gleich Götzen, du, o Gott,
machst sie bald zu der Leute Spott.

6. HERR, nun hang ich an dir allein,
ja, ich will immer bei dir sein.
Du lässest meinen Fuß nie gleiten,
greifst meine Rechte, mich zu leiten,
Du kommst und nimmst früh oder spat,
bin ich bewährt durch kreuz und Leid,
mich auf in deine Herrlichkeit.
nach deinem, nicht nach meinem Rat.

7. Wie gäb der ganze Himmel mir
Befriedigung, HERR, außer dir?
Kann ich durch alles Gut auf Erden
Auch ohne dich gesättigt werden?
Verschmachtet Leib und Seel in mir,
so hab ich Speis und Trank an dir.
Gott, meines Herzens Trost und Teil,
du bist in Ewigkeit mein Heil.

8. Weh dem, der dir die Treue bricht!
Seht, er entgeht nicht dem Gericht,
der einst versprach, nur dir zu leben,
und hat den Götzen sich ergeben.
Gott nah zu bleiben allezeit
Ist meine hohe Seligkeit.
Vertrau ich dir, so kann ich ruhn.
O HERR, einst preis ich all dein Tun!

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,2,5
Psalm 117

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

Lobt, alle Heiden, lobt den HERRN! / Rühmt alle Völker, rühmt ihn gern! / Kommt, sehet seine Gnade! Seht, / sie waltet über uns erhöht. / Die Wahrheit Gottes stehet fest, / steht, Halleluja, ewig fest. 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 8

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. HERR, unser Gott, dein Name sei gepriesen! / Wie hast du groß und herrlich dich erwiesen! / Die ganze Welt erzählt von deiner Macht, / des Himmels Glanz verkündet deine Pracht. 

2. Aus Kindermund, ja, aus des Säuglings Lallen / läßt du dein Lob vor aller Welt erschallen, / beschämst den Feind, der deine Schöpfung stört / und gegen dich vergeblich sich empört. 

3. Seh ich ringsum die Himmel ausgebreitet, / seh Mond und Stern von deiner Hand bereitet: / Was ist der Mensch, daß seiner du gedenkst, / des Menschen Kind, daß du ihm Gnade schenkst? 

4. Fast bis zum Glanz der Engel, die sich loben, / hast du ihn, HERR, zu dir emporgehoben, / du hast mit Macht und Würde ihn belehnt, / sein Haupt mit Ehr und Herrlichkeit gekrönt. 

5. Du machtest ihn zum König deiner Erde, / daß er mit dir des Lebens Hüter werde. / Du gabest ihm die Tiere ringsumher, / der Vögel Schwarm, die Fische tief um Meer. 

6. HERR, unser Gott, dein Name sei gepriesen! / Wie hast du groß und herrlich dich erwiesen! / Du, du allein bist Gott in Ewigkeit. / Wir loben dich jetzt und zu aller Zeit. 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-4
Psalm 72

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Gib dein Gericht, HERRR, deinem Knecht,
dem König auf dem Thron.
Verleihe deine heilgen Rechte
auf ewig deinem Sohn,
daß er dein liebes Volk regiere
nach Recht und Billigkeit
und deine Unterdrückten führe
aus Not, Gefahr und Streit.

2. Solang dein Mond und deine Sonne
am Himmel uns erfreun,
wird man, O König, dir mit Wonne
in Ehrfurcht dankbar sein.
So wie des Himmels milder Regen
das dürre Land erquickt,
so komm er und mit ihm der Segen,
der jedermann beglückt.

3. Da wird Gerechtigkeit regieren,
wo dieser König thront.
Sein Reich wird großer Friede zieren,
solang noch scheint der Mond.
Er herrsche bald von Meer zu Meere,
künd seine Hoheit an.
Die Welt seh seine Macht und Ehre
und werd ihm untertan.

4. Einst fallen alle Herrscher nieder
und huldigen dem HERRN,
und alle Völker kehren wieder
und weihen ihm sieh gern.
Sein Auge wacht, er schont der Armen,
an die kein Mensch sieh kehrt,
wird sieh der Dürftigen erbarmen,
die niemand sonst erhört.

5. Den Armen wird's an Heil nie fehlen,
weil er so gnädig ist.
Seht, er erlöset ihre Seelen
von Frevel und von List.
Er sucht, die sich nach Hilfe sehnen,
durch Angst und Not beschwert.
Ihr Blut, ihr Leiden, ihre Tränen
sind ihm von hohem Wert.

6. In Ewigkeit sein Ruhm muß währen,
er ist ja unbegrenzt,
sein Name strahlt in vollen Ehren,
soweit die Sonne glänzt.
Man freut sieh, wünscht einander Segen,
wo er, der HERR, regiert.
Die Heiden gehn in seinen Wegen,
froh, daß er selbst sie führt.

7. Wie herrlich ist sein Name, gebet
ihm Ehr und Herrlichkeit!
Vor ihm sinkt nieder und erhebet
ihn bis in Ewigkeit,
dass bald sein Ruhm die Welt erfülle,
ihn jeder preisen mag,
dass jeder feierlich und stille
das Amen, Amen! sag.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-3
Psalm 126

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Wenn der Herr einst die Gefangnen / ihrer Bande ledig macht, / o dann schwinden die vergangnen / Leiden wie ein Traum der Nacht; / dann wird unser Herz sich freun, / unser Mund voll Lachens sein; / jauchzend werden wir erheben / den, der Freiheit uns gegeben.

2. Herr, erhebe deine Rechte, / richt auf uns den Vaterblick; / rufe die verstoßnen Knechte / bald ins Vaterland zurück. / Ach der Pfad ist steil und weit, / kürze unsre Prüfungszeit; / führ uns, wenn wir treu gestritten, / in des Friedens stille Hütten.

3. Ernten werden wir mit Freuden, / was wir weinend ausgesät; 7 jenseits reift die Frucht der Leiden / und des Sieges Palme weht. / Unser Gott auf seinem Thron, / er, er selbst ist unser Lohn; / die ihm lebten, die ihm starben, / bringen jauchzend ihre Garben.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 50

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Der Gott, der lebt, der Herr der Herren spricht.
Dir, Erde, gilt’s, verschließ vor ihm dich nicht.
Vom Aufgang bis zum fernen Niedergang
ergeht sein Wort. Bring du ihm Lob und Dank!
Von Zion aus des Tempels Innern strahlet
sein Licht, das alle seine Hoheit malet.

2. Seht unsern Gott, er kommt und schweiget nicht.
In Sturm und Feuer hält er sein Gericht.
Sein Ruf und Wort die ganze Welt durchdringt
und seines Volkes Scharen zu ihn bringt:
Versammelt euch, die ihr die Opfer brachtet
und als Getreue meinen Bund beachtet!

3. Der Himmel rühmt des HERRN Recht und Gericht.
Gott hält sein Wort, und er vergisst es nicht.
Hör, Israel, mein Volk, hör mein Gebot,
merk, was ich will: Ich bin der HERR, dein Gott.
Ich frage nicht nach deinen Opfergaben,
du sollst nach mir von ganzen Herzen fragen.

4. Gott opfre Dank, stell dich dem Höchsten dar,
bring dein Gelübde auf den Dankaltar,
dann ruf zu mir in aller deiner Not,
so helf ich dir und rett aus Not und Tod.
Ich bin dein Gott und will's an dir beweisen,
du sollst mich bald als deinen Heiland preisen!

5. Wer Gott vergisst, den rettet keiner mehr!
Wer bei ihm bleibt, den trägt und schützt der HERR.
Wer nach ihm sucht, sich ihm zum Opfer weiht,
der findet ihn und findet Seligkeit.
Auf diesem Weg kann er durchs Leben gehen
und immerdar vor Gottes Antlitz stehen.

Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,3,5
Psalm 120

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Ich rief zum HERRN: Erhör mein Klagen! / HERR, steh mir bei, laß mich nicht zagen. / Er half und hilft von allem Bösen, / wird mich auch einst noch ganz erlösen. / Erbarmer, sieh, wie ich mich quäle, / und rette jetzt auch meine Seele, / da dort der Lügenmäuler Gift, / hier mich die falsche Zunge trifft.

2. Weh mir, ich muß, von Not umgeben, / im Lande wie ein Fremdling leben. / Wie lange muß ich hier noch wohnen, / wo niemand will den Schwachen schonen? / Ich denke Friede, rede Friede, / ich jag ihm nach, doch ich ermüde. / Die mich umgeben, wollen Krieg / und ernten blutbefleckten Sieg.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 119

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. O selig sind, die in Aufrichtigkeit / vor ihrem Gott zu wandeln sich bestreben, / die sein Gesetz bewahren allezeit / und immer acht auf Gottes Zeugnis geben. / Heil, wer ihn sucht, von Herzen ihm sich weiht! / Er findet Gott, und seine Seel wird leben.

2. Heil denen, die in seinen Wegen gehn / und folgen Gott, wie er sie führt im Stillen, / kein Unrecht tun und immer auf ihn sehn / und merken stets auf seinen heilgen Willen! / HERR, du gebietest - laß es uns verstehn -, / dein heilges Recht mit Eifer zu erfüllen.

3. O möcht mein Weg dir ganz geheiligt sein / und ich hier stets nach deinen Rechten wallen. / Ich will mich dir von ganzem Herzen weihn. / Richt meinen Gang nach deinem Wohlgefallen! / Sieht, HERR, mein Aug auf dein Gesetz allein, / so werd ich nie in Spott und Schande fallen.

4. Ich danke dir aus meines Herzens Grund, / daß du willst selbst Gerechtigkeit mich lehren. / Ich lerne nun das Wort aus deinem Mund, / wonach ich dich in deinem Reich soll ehren. / Ich richte mich nach deinem Recht und Bund. / Verlaß mich nicht! Ach, wer kann dich entbehren?

5. HERR, laß mein Aug in deinem Lichte sehn, / zeig mir den Weg, den deine Rechte lehren. / Dann will ich treu ihn bis ans Ende gehn, / gib mir Verstand, auf dich allein zu hören. / Ach, möcht mein Herz doch dein Gesetz verstehn, / mein Faß sich nie von deinem Wege kehren.

6. Gott ist mein Teil. Ich sag's mit frohem Mut. / Mein Herz bewahrt dein Wort, danach zu leben. / Ich bete, fleh und fühl, wie wohl es tut, / wenn ich dich kann von Herzen froh erheben. / Sei gnädig, HERR, du bist ja ewig gut. / Nach deinem Wort wirst du mir Leben geben.

7. Oft denk ich nach, wohin mein Weg mich führt. / Mein Fuß soll stets nach deinem Zeugnis gehen, / weil sonst mein Pfad im Dunkel sich verliert. / Ich säume nicht, ich eile fortzugehen. / Da dein Gebot mir zeigt, was mir gebührt, /so will ich fort, hier gilt kein Stillestehen.

8. Ich weiß es, HERR: Gerecht ist dein Gericht, / demütigst du, ich sehe deine Treue. / Ja, sie verläßt mich, wenn ich leide, nicht. / HERR, deine Gnad erquicke mich aufs neue. / Sie sei mein Trost, wie mir dein Mund verspricht, / daß sich dein Knecht im Leid an dir erfreue;

9. Dein Wort, O HERR, besteht in Ewigkeit, / im Himmel fest, muß es auch hier bestehen. / Wir Väter sind durch deine Treu erfreut, / und Kindeskind wird sie bewahret sehen. / Der Erdball steht von Anbeginn der Zeit, / du gründest ihn, er bleibet feste stehen.

10. Dein Wort ist meinem Fuß ein helles Licht, / die Leuchte mir auf allen meinen Wegen, / wo ohne sie mir alles Licht gebricht. / Ich schwör's und will mit Ernst den Eid erwägen, / dir treu zu sein und dein gerecht Gericht / tief meinem Geist zur Warnung einzuprägen.

11. Mein Auge sehnt sich, Gott, nach deinem Licht. / Ach, daß es bald dein Heil erblicken möchte! / Sieh, wie's dein Wort nach deinem Recht verspricht, / so handle, HERR, in Huld mit deinem Knechte. / Verlaß mich nicht mit deinem Unterricht / und führe mich in deine heilgen Rechte!

12. Du bist auch nahe mir, mein HERR und Gott, / wenn Feinde nahn, um wider mich zu streiten. / Ganz Wahrheit ist dein heiliges Gebot / und wird sein Licht noch rings umher verbreiten. / Dein Zeugnis steht bewährt in Not und Tod / und wird bestehn in alle Ewigkeiten.

13. Gib Leben mir, dann lob und preis ich dich, / auch im Gericht wirst du mir Heil gewähren. / Ein irrendes, verlornes Schaf bin ich, / mein Hirte, laß mich deine Stimme hören! / Ich bin ja doch dein Knecht, ach suche mich! / Nie laß ich ab, HERR, dein Gebot zu ehren.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,10,11
Psalm 32

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. O Wohl dem Menschen, dem die Schuld vergeben,
der nicht vor seinem Richter muß erbeben
und dessen schwere Schuld an Leib und Seel
nicht angerechnet wird, daß sie nicht quäl.
So lange ich verschwieg all meine Sünden,
konnt ich nie Trost, ein Herz nie Ruhe finden.
HERR, Tag und Nacht lag auf mir deine Hand
wie eine Last und wie der Fessel Band.

2. Doch als ich meine Missetat bekannte
und meine Sünden alle vor dir nannte
und nichts verschwieg, vergab, HERR, deine Huld
mir Missetat und alle Sündenschuld.
Durch deine Gnade werden, HERR, die Deinen
zur rechten Zeit getrost vor dir erscheinen.
Ob dann die Flut auch alle Dämme bricht:
Wer bei dir ist, an den gelangt sie nicht.

3. Ich flieh zu dir in drohenden Gefahren,
du bist mein Schutz, wirst mich vor Angst bewahren;
daß ich errettet fröhlich dir lobsing
und dankerfüllt dir Ruhm und Ehre bring.
Stets soll mein Mund, HERR, deine Gnade preisen.
Du sprichst zu mir: Ich will dich unterweisen,
geh unbesorgt und achte stets auf mich,
ich zeig den Weg, mein Auge leitet dich.

4. Der Sünder häuft sich selber Schmerz auf Schmerzen.
Wer aber Gott gehorcht von ganzem Herzen,
wer auf ihn hofft und wartet mit Geduld,
ja, den umfängt, den krönet seine Huld.
Der HERR ist nahe allen seinen Knechten,
drum freuet euch des HERREN, ihr Gerechten,
die ihr ihm dient und grades Herzens seid:
Lobsinget ihm! Sein Dienst ist Seligkeit.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,2,4
Psalm 1

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Wohl dem, der sich an Gottes Weisung hält / und nicht an Menschen, denen es gefällt, / sich spöttisch gegen Gott zu überheben / und eigenmächtig nur sich selbst zu leben. / Wohl dem, der sich in Gottes Wort versenkt, / es liebgewinnt und Tag und Nacht bedenkt.

2. Für den sorgt Gott, daß es ihm wohlergeht / wie einem Baum, der nah am Wasser steht. / Er welkt nicht, frisch und grün sind seine Blätter, / und festgewurzelt trotz er Wind und Wetter. / Gesegnet wie ein Baum, der Früchte bringt, / ist solch ein Mensch, und was er tut, gelingt.

3. Die Selbstgerechten aber bleiben nicht. / Ihr Lebensweg steht unter dem Gericht. / Sie müssen wie die Spreu im Wind verwehen / und in der Gottesferne untergehen. / Doch wer nach Gott fragt, ihm gehorcht und dankt, / ist auf dem Weg, der an das Ziel gelangt.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
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