Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 142

1. With all my voice to God I cry;  / I call upon the LORD Most High.  / Before His face my grief I show  / And tell my trouble and my woe.  /

2. To Thee I pour out my complaint,  / For I am weak, my spirit faint.  / When cares with gloom encompass me,  / The path I take is known to Thee.

3. They in my way have laid a snare.  / I look, but none sees my despair;  / I find no place of refuge near,  / No friend to whom my life is dear.

4. O LORD, my Savior, unto Thee,  / Without a hope besides, I flee;  / Thou art my shelter from the strife,  / My portion in the land of life.

5. Be Thou my help when troubles throng,  / For I am weak and foes are strong;  / Thy servant out of prison bring,  / And thankful praises I will sing.  

6. The righteous then shall gather round  / To share the blessings I have found,  / Their hearts made glad because they see  / How richly Thou hast dealt with me. Autor unbekannt


Genevan Psalter
Psalm 94

1. Erscheine, HERR, o Gott, erwache,  / erscheine bald und komm zur Rache!  / Erheb dich, Richter aller Welt,  / dass, wer sich dir entgegenstellt  / und stolz dein heilges Recht verschmäht,  / die Frucht empfängt, die er gesät.

2. Wie lange, HERR, wie lange werden  / die Frevler glücklich sein auf Erden?  / Sie rühmen stolz sich ihrer Pracht  / und prahlen frech mit ihrer Macht.  / Die Schwachen würgen sie zu Tod  / und bringen um dein Volk, o Gott!

3. Die Witwe kann kein Recht bekommen,  / ihr Hab und Gut wird weggenommen.  / Der Fremdling, der im Lande wohnt,  / ist schutzlos und wird nicht verschont.  / Die Waisen müssen hungrig stehn  / und ohne Brot zugrundegehn.

4. HERR, höre, wie die Stolzen schmähen:  / Gott merkt ja nicht, was wir begehen!  / Wir leben, wie es uns gefällt,  / und lenken selbst den Lauf der Welt.  / Wir lenken ihn nach unserm Sinn  / und sind gewiss: Gott schaut nicht hin! 

5. Ihr Toren, lasst euch doch belehren!  / Wie sollte Gott nicht selber hören,  / er, der durch seinen Schöpferruf  / das Ohr geweckt, das Auge schuf,  / und stellte sehend uns ins Licht,  / meint ihr, der sehe selber nicht?

6. Gott hat sein Recht euch kundgegeben  / und lehrte euch den Weg zum Leben.  / Er zieht die Völker ins Gericht  / und stellt sie vor sein Angesicht.  / Bei ihm ist aller Menschen Plan  / ein bloßer Hauch, ein leerer Wahn.

7. Wie glücklich ist der Mensch zu preisen,  / der sich von dir lässt unterweisen,  / den dein Gesetz, dein Recht erzieht,  / ein Mensch, HERR, den das Unheil flieht  / und der in deinem Frieden lebt,  / bis man das Grab dem Frevler gräbt.

8. Der HERR wird stets sein Volk bewahren  / und lässt sein Eigentum nicht fahren.  / Wer Gottes Recht von Herzen liebt  / und in Gerechtigkeit sich übt,  / dem wird Gerechtigkeit zuteil.  / Gott segnet ihn mit seinem Heil.

9. Wer hilft mir, vor der Macht der Bösen?  / Wer kann aus aller Not erlösen?  / Wärst du, mein Gott, jetzt nicht bei mir,  / ich fände keinen Helfer hier.  / Wenn ich dich nicht zur Seite hab,  / versinke ich in Nacht und Grab.

10. Schon dachte ich: Ich muss vergehen!  / Doch deine Huld ließ fest mich stehen.  / Mit Sorgen füllte sich mein Herz,  / ach, ich verging in meinem Schmerz.  / Da hast du meine Not erblickt  / und mich mit deinem Trost erquickt.

11. Ich fragte bang: Gott der Gerechten,  / bist du im Bunde mit den Schlechten?  / Wie kann der Feind in seiner Wut  / so machtvoll fordern, HERR, mein Blut?  / Du bist es, der das Recht erhält,  / und doch herrscht Unrecht in der Welt! 

12. Da wurde er in meinem Fragen  / zur Burg und Zuflucht meiner Klagen.  / Nun weiß ich und ich glaube fest,  / dass Gott die Welt nicht fallen lässt,  / dass, ob das Unrecht lang regiert,  / sein Recht am Ende triumphiert.  / Melodie: Genf 1562  / Text: Alfred Rauhaus 1991


Dick Sanderman
Psalm 31

1. Auf dich allein, auf dich nur traue  / ich, HERR, in meiner Not.  / Errette mich, mein Gott!  / Du bist der Fels, auf den ich baue.  / Zu dir hin lass mich fliehen,  / in deine Burg mich ziehen.  

2. Der Feind ist stark und will mein Ende,  / er überwältigt mich.  / HERR, so befehle ich  / nun meinen Geist in deine Hände!  / Du wirst von allem Bösen  / mich, treuer Gott, erlösen. 

3. Die Herren dieser Welt zu ehren  / wie andre, sei mir fern.  / Ich hoff nur auf den HERRN!  / Was ich erbat, der Not zu wehren,  / hat er mir stets gegeben  / und weiten Raum zum Leben. 

4. HERR, sei mir gnädig, ach, die Jahre  / gehn kummervoll dahin.  / Verdüstert ist mein Sinn.  / Mein Herz ist matt, zur Grube fahre  / ich kraftlos und mit Schmerzen  / und großer Angst im Herzen. 

5. Ach, meine Feinde sehn mich leiden  / und wünschen mir den Tod.  / So furchtbar ist die Not,  / dass, die mich kannten, nun mich meiden.  / Sie wenden sich und gehen,  / wenn sie mich kommen sehen.

6. Vergessen bin ich, bin wie einer,  / der längst gestorben ist  / und den man nicht vermisst.  / Bin ein zerbrochner Krug, und keiner  / erbarmt sich meiner Klagen  / in meinen Leidenstagen.

7. Die Leute flüstern schon im Stillen,  / ich seh ihr Mienenspiel.  / Mein Ende ist ihr Ziel.  / Ach eile, HERR, nach deinem Willen  / errette doch mich Armen!  / Ich trau auf dein Erbarmen.

8. In deinen Händen stehn die Zeiten,  / mein Leben, mein Geschick,  / die Freuden und das Glück.  / Lass über deinen Knecht sich breiten  / das Strahlen deines Lichtes,  / ja, deines Angesichtes. 

9. HERR, lass mich nicht zuschanden werden,  / ich ruf, erhöre mich.  / Mein Gott, ich bitte dich!  / Doch die sich gegen dich auf Erden  / mit Trotz und Lügen wenden,  / lässt du im Schweigen enden.

10. Wie reich ist deine Huld und Treue,  / die du, HERR, allezeit  / dem zeigst, der nach dir schreit.  / Du hast bewiesen sie aufs neue  / und mir dein Heil bereitet,  / zum Leben mich geleitet.

11. Ich dachte wohl in Angst und Schmerzen,  / dass ich verstoßen sei.  / Doch wisst: Der HERR ist treu!  / Drum liebt den HERRN! Liebt ihn von Herzen,  / getrost und ohne Sorgen.  / Ihr seid bei ihm geborgen.
Melodie: Genf 1551  / Text: Alfred Rauaus 1991


Dick Sanderman
Psalm 136

1. O give thanks unto the LORD,  / God of gods, with one accord,  / For His steadfast love is sure;  / It shall evermore endure.

2. Praise the mighty King of kings  / Who alone does wondrous things,  / For His steadfast love is sure;  / It shall evermore endure.

3. He by wisdom framed the skies,  / Made the earth from ocean rise,  / For His steadfast love is sure;  / It shall evermore endure. Text: Author Unknown, adapted G, VanDooren, 1961, 1972


Genevan Psalter
Psalm 105

1. Dank, dank dem HERRN, du, Jakobs Same,  / denn hoch und herrlich ist sein Name.  / Geht, kündigt allen Völkern an  / die Taten, die sein Arm getan.  / Singt, spielt und redet froh von ihm,  / dass alles seine Wunder rühm.

2. Sein Nam ist heilig, preist ihn, rühmet,  / freut euch des Namens, wie’s euch ziemet.  / Gott, der euch sich zum Volke schafft,  / ist euer Leben, Licht und Kraft.  / Wer je nach dem Erbarmer fragt,  / des Herz sei froh und unverzagt.

3. Fragt nach dem HERRN und seiner Stärke,  / der HERR ist groß in seinem Werke.  / Sucht doch sein freundlich Angesicht:  / Den, der ihn sucht, verlässt er nicht.  / Denkt an die Wunder, die er tat,  / und was sein Mund versprochen hat.

4. Er will stets seines Bunds gedenken,  / nie wird er seine Treue kränken.  / An tausend nach uns immerfort  / erfüllt er sein Verheißungswort.  / Der Bund, der Abrams Hoffnung war,  / steht jetzt noch da unwandelbar.

5. O seht, wie Gott sein Volk regieret,  / aus Angst und Not zur Ruhe führet.  / Er hilft, damit man immerdar  / sein Recht und sein Gesetz bewahr.  / Ja, wer ihn kennet, dient ihm gern.  / Gelobet sei der Nam des HERRN!  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 44

1. O Gott, von unsern Vätern hörten  / wir einst erzählt, als sie uns lehrten,  / welch große Taten du getan  / vorzeiten, ja von Urzeit an.  / Du pflanzest Israel ins Land,  / gabst eine Heimstatt ihm auf Erden.  / Die Völker flohn vor deiner Hand,  / sie mussten ganz zuschanden werden.

2. Denn nicht durch ihres Armes Stärke  / vollbrachten sie so große Werke,  / nicht ihres Schwertes große Macht  / hat sie ins Land hineingebracht.  / Die eigne Kraft erlangt es nicht.  / Durch deinen Arm, dein Wohlgefallen,  / durch deines Angesichtes Licht  / ist ihnen alles zugefallen.

3. Du nur kannst Jakob Hilf verleihen,  / mein Gott und König, und befreien.  / So rühmen wir dich allezeit  / und deines Namens Herrlichkeit.  / Warum verlässt du uns in Not,  / dass wir im Streit zuschanden werden,  / verkaufst für nichts dein Volk dem Tod,  / machst uns zum Spott ringsum auf Erden?

4. Nie haben wir den Bund verlassen,  / so dass der HERR uns müsste hassen.  / Wann hoben wir zum fremden Gott  / die Hände je in unsrer Not?  / Er kennt ja unsres Herzens Grund,  / Verborgnes selbst kann er erhellen,  / weiß jedes Wort in unserm Mund,  / vermag uns in sein Licht zu stellen.

5. Ach sieh, wie täglich unser Leben  / vom Feind wird in den Tod gegeben.  / Um deinetwillen werden wir  / geschlachtet wie die Schafe hier.  / Erwache, HERR, o werde wach!  / Verbirg dein Angesicht nicht länger,  / sieh unser Elend, unsre Schmach  / und rette uns vor dem Bedränger! 

6. HERR, mach dich auf und hilf uns Armen,  / errette uns durch dein Erbarmen!  / Am Boden liegen wir im Staub,  / schon nimmt der Tod uns sich zum Raub.  / Steh auf, du Helfer in der Not,  / erheb dich, unser Weh zu stillen!  / Ist Gnade doch bei dir, o Gott.  / Rett uns um deiner Gnade willen!  / Melodie: Genf 1551  / Text: Alfred Rauhaus 1990


Dick Sanderman
Psalm 109

1. O be not silent, heed and hear me;  / God of my praise, art Thou not near me?  / For wicked mouths, Thy word defying,  / Frame with their tongues deceit and lying.  / Though not deserving ill or threat,  / I am with words of hate beset.  /

2. They rave and without cause abuse me  / And in return for love accuse me.  / I pray for those who have abhorred me;  / With evil they for good reward me.  / LORD, Thou dost see it from above;  / With hatred they repay my love.  /

3. Appoint a wicked man to seize him.  / Let his accuser not release him;  / To him be guilt and blame awarded.  / His prayers be all as sin regarded!  / His days be few, his life distressed,  / His goods by other men possessed.  / Text: W. van der Kamp, 1972; rev.


Genevan Psalter
Psalm 11

1. Gott ist mein Schutz. Kann mich sein Schild nicht decken?  / Was sagt ihr denn, ich solle lieber fliehn  / und ängstlich wie ein Vogel mich verstecken?  / Ich spür es wohl: Die mächtgen Feinde ziehn,  / der Pfeil ist schussbereit, er soll nur töten.  / Die Schutzwehr bricht, der Hass ist weit gediehn,  / und schrecklich wird das Recht des HERRN zertreten.  /

2. Wenn alles fällt, was tun dann die Gerechten?  / Sie schaun auf Gott und geben ihm die Ehr.  / Er wird gewiss mit seinen Feinden rechten.  / Doch die zu ihm gehören, liebt er sehr.  / Gerechtigkeit geht aus von seinem Throne.  / Sein prüfend Blick nimmt wahr der Frevler Heer,  / und er befiehlt, dass niemand sie belohne.  /

3. Gott ist gerecht in allen seinen Wegen,  / er straft und lohnt gewiss zu seiner Zeit.  / Dem, der ihn liebt, kommt er mit Gnad entgegen,  / vergilt nach Recht und nach Gerechtigkeit.  / Wie gerne hilft er seinen Freunden allen!  / Ihr Auge schaut nach ihm in Druck und Leid,  / sein Auge schaut auf sie mit Wohlgefallen.  / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 124

1. Sing, Gottes Volk: Wär unser Gott nicht treu  / und stände er uns nicht allmächtig bei,  / hätt über uns sein Auge nicht gewacht,  / so hätt uns längst der Menschen List und Macht  / in Staub gesenkt, ja grausam umgebracht.

2. Gelobt sei Gott! Er riss uns aus der Pein  / und lässt uns nicht der Feinde Beute sein.  / Wir sind entflohen wie ein Vögelein  / des Voglers Strick, die Schlinge schloss uns ein,  / jedoch sie riss. So kann nur Gott befrein.

3. Seht, unsre Hilf ist in der Hand des HERRN.  / Er bleibt uns nah und hilft uns immer gern.  / Der Himmel, Erd und Meer hervorgebracht,  / noch alles trägt und über Menschen wacht,  / der ist’s, der uns beschützt und selig macht.  / Melodie: Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 6

1. HERR, sieh mich an in Gnaden,  / mit Leid bin ich beladen,  / erfahre dein Gericht.  / Vor Angst könnt ich verzagen,  / bitt dich in allen Plagen:  / Straf mich im Zorne nicht!  

2. Um deiner Güte willen  / und dein Wort zu erfüllen  / rett mich aus meiner Not.  / Bin ich von dir geschieden,  / finde ich keinen Frieden.  / Wer lobt dich noch im Tod?

3. Vor Kummer und vor Sehnen  / netz ich mein Bett mit Tränen  / und seufze jede Nacht.  / Heil mich, dass ich genese,  / aus allem mich erlöse,  / was mich hat krank gemacht.

4. Weicht von mir, Übeltäter!  / Den Feind und den Verräter  / straft Gott in seinem Grimm.  / Die Tränen sind gestillet,  / Gott hat sein Wort erfüllet.  / Er hörte meine Stimm.

5. Ja, HERR, du hörst mein Flehen,  / mein Bitten ist geschehen,  / dein Wort sprichst du mir zu.  / Bin ich bei dir in Gnaden,  / kann mir der Feind nicht schaden.  / Du bist mein Heil, HERR, du!  / Melodie: Straßburg-Genf 1542  / Text: Gerhard Fooken 1967 / 1990


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
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