Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 95

1. Auf, singt dem HERRN, singt seinem Ruhm,  / der seinem Volk und Eigentum  / sich als ein Fels und Heiland zeiget!  / Kommt vor sein Angesicht mit Dank  / und einem jauchzenden Gesang,  / da er sich huldreich zu uns neiget!

2. Der HERR ist hoch und groß an Kraft,  / ein König, der die Kön’ge schafft  / und in den Staub darnieder leget.  / Seht seine Hand, sie hält und deckt  / den Schatz, der tief im Abgrund steckt,  / und was der Berge Gipfel träget. 

3. Sein ist das Meer, sein ist das Land,  / sie zeigen ihres Schöpfers Hand.  / Seht, was wir sind, hat er gegeben.  / Kommt, lasst zu unserm Gott uns ziehn,  / vor ihm anbetend niederknien  / und unsern Schöpfer hoch erheben!

4. Er, der uns schuf, ist unser Gott,  / wir sind, weil er es so gebot,  / sein Volk und Schafe seiner Weide.  / Hört ihn, da er noch heute spricht:  / »Verhärtet eure Herzen nicht!«  / Ja, ihm gehorchen bringet Freude!  / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Lyon 1548  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 98

1. Singt, singt dem HERREN neue Lieder!  / Er ist’s allein, der Wunder tut.  / Seht, seine Rechte sieget wieder,  / sein heilger Arm gibt Kraft und Mut.  / Wo sind nun alle unsre Leiden?  / Der HERR schafft Ruh und Sicherheit,  / er selber offenbart den Heiden  / sein Recht und seine Herrlichkeit. 

2. Der HERR gedenkt an sein Erbarmen,  / und seine Wahrheit stehet fest.  / Er trägt sein Volk auf seinen Armen  / und hilft, wenn alles uns verlässt.  / Bald schaut der ganze Kreis der Erde,  / wie unsers Gottes Huld erfreut.  / Gott will, dass sie ein Eden werde,  / rühm, Erde, Gottes Herrlichkeit!

3. Frohlocket, jauchzet, rühmet alle,  / erhebet ihn mit Lobgesang!  / Sein Lob tön im Posaunenschalle,  / in Psalter- und in Harfenklang!  / Auf, alle Völker, jauchzt zusammen!  / Gott macht’s, dass jeder jauchzen kann.  / Sein Ruhm, sein Lob muss euch entflammen.  / Kommt, betet euren König an!

4. Das Weltmeer brause aller Enden,  / jauchzt, Erde, Menschen, jauchzt vereint.  / Die Ströme klatschen wie mit Händen,  / ihr Berge hüpft – der HERR erscheint.  / Er kommt, er naht sich, dass er richte  / den Erdkreis in Gerechtigkeit  / und zwischen Recht und Unrecht schlichte,  / des sich die Unschuld ewig freut.  / Melodie: 1543 / Genf 1551  / Text: Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 66

1. Let all the earth with loud rejoicing  / The greatness of our God acclaim.  / With shouts of praise let all adore Him,  / Sing to the glory of His Name.  / Let all then say, “How awe-inspiring  / Are all Thy works, how great Thy power;  / Before Thy strength, O God almighty,  / Thy enemies all cringe and cower.

2. “All peoples, bowing down before Thee,  / Sing praises to Thy glorious Name;  / To Thee, O God, they all pay homage,  / With hymns of joy declare Thy fame.”  / O come and see with reverent wonder  / The awesome deeds which God has done,  / His mighty works among the nations,  / The victories His hand has won.

3. His strength to Israel revealing,  / He turned the sea to arid land,  / And they on foot passed through the river;  / The waters heeded His command.  / We sang His praise, in Him rejoicing  / Who by His might rules without end;  / His eyes keep watch on every nation.  / Let rebels not His power withstand. / William Helder, 1980


Genevan Psalter
Psalm 23

1. Gott ist mein Hirt, an Gutem fehlt’s mir nicht:  / Auf grüne Au’n wird er mich freundlich leiten,  / am frischen Born Erquickung mir bereiten  / und Rast, wenn heiß die Mittagssonne sticht. 

2. Er wehrt mir nicht, was meine Seel erfreut,  / will mild und treu all ihr Verlangen stillen.  / Er führet mich um seines Namens willen  / den Weg des Heils und der Gerechtigkeit. 

3. Und führt ins Tal der Todesschatten nun  / mein Weg hinab, auch dort soll mir nicht grauen.  / Du bist mir nah, und auf dich werd ich schauen,  / dein Schutz und Schirm lässt mich getröstet ruhn. 

4. Vor meinem Feind wird mir von deiner Hand  / der Tisch gedeckt, und keiner darfs verwehren.  / Du salbst mein Haupt, krönst mich mit Freud und Ehren  / und füllst den Kelch des Heils mir bis zum Rand. 

5. Ja, Gutes und Erbarmung werden mir  / zur Seite gehn in allen meinen Tagen,  / und bergen wird mich, frei von allen Plagen,  / das Haus des HERRN, mein Obdach für und für.  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Petrus Georg Bartels 1832-1907


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
Psalm 116

1. Gott hab ich lieb, er hörte mein Gebet,  / ich floh in Angst zu seines Thrones Stufen.  / Er hat geneigt sein Ohr zu meinem Rufen,  / mein Leben lang such ich ihn früh und spät.

2. Erschütterte mich bittrer Todesschmerz,  / ergriff mich ganz die Furcht und Angst der Hölle,  / traf lauter Not und Jammer meine Seele,  / so schüttet ich ihm aus mein ganzes Herz.

3. Ich rief zu ihm: »O HERR, erlöse mich,  / mach meine Seel von Missetaten ledig!«  / Der HERR ist groß, er ist gerecht und gnädig,  / und unser Gott hört und erbarmet sich.

4. Einfältige stehn unter Gottes Hut.  / Ich lag in Not, er kam mit Hilf hernieder.  / Drum, Seele, kehr zu deiner Ruhe wieder,  / Gott tut dir wohl, er ist dein höchstes Gut.

5. Du führest mich vom Tod zum Lebenslicht,  / mein Aug ist froh, mein Fuß wird nicht mehr gleiten.  / Du wirst im Land der Lebenden mich leiten,  / ich wandle fort vor deinem Angesicht.

6. Ich glaub an Gott, drum red ich ohne Scheu.  / Die Welt ließ oft mich in der Not verzagen.  / Ich musst in Angst von allen Menschen sagen:  / Sie trügen stets, doch Gott ist ewig treu.

7. O wie vergelt ich Gott, was er mir tat,  / da Wohltat sich auf Wohltat überhäufen?  / Wohlan, ich will den Kelch des Heils ergreifen.  / Gelobet sei sein Name früh und spat!

8. Du bist mein Gott und HERR, ich bin dein Knecht,  / Sohn deiner Magd. Du hast mir beigestanden,  / du machst mich frei, du lösest meine Banden,  / du hast auf mich, den dir Erkauften, Recht.

9. Nimm meinen Dank, nimm mich zum Opfer hin!  / O HERR, ich will laut deinen Namen preisen,  / vor allem Volk dir mit der Tat erweisen,  / dass ich ganz dein, dir alles schuldig bin. 

10. Ins Haus des HERRN w’ill ich mit Freuden gehn,  / in seiner Stadt will ich ihn froh erheben.  / Er ist mein Heil, er ist mein Licht, mein Leben.  / Mein Lob soll ihn in Ewigkeit erhöhn.  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Matthias Jorissen 1793  / Satz: nach Johann Crüger 1658


Dick Sanderman
Psalm 118

1. Dankt, dankt dem HERRN, jauchzt, volle Chöre,  / denn er ist freundlich jederzeit.  / Singt laut, dass seine Güte währe  / von Ewigkeit zu Ewigkeit.  / Jauchz, Israel, und bring ihm Ehre!  / Er zeigte dir es jederzeit.  / Frohlock, dass seine Gnade währe  / von Ewigkeit zu Ewigkeit.

2. Auf, Priesterschar, bring du ihm Ehre!  / Du hörst und siehst es jederzeit,  / zeug’s laut, dass seine Gnade währe  / von Ewigkeit zu Ewigkeit.  / Bring, Volk, das Gott verehrt, ihm Ehre!  / Sieh, du erfährst es jederzeit.  / Sing froh, dass seine Gnade währe  / von Ewigkeit zu Ewigkeit!

3. In jeder Angst, Not und Gedränge  / rief ich ihn, den Erbarmer, an.  / Er gibt mir Antwort in der Enge  / und führt mich auf geraumer Bahn.  / Der HERR ist für mich, Macht und Gnade  / lässt mich in ihrem Schutze ruhn.  / Wer unternimmt’s, dass er mir schade?  / Was kann ein schwacher Mensch mir tun? 

4. Der HERR ist für mich, hilft mir siegen.  / Drum seh ich im Triumphe schon  / hier alle Feinde vor mir liegen  / und trage seine Siegeskron.  / O besser ist’s, auf Gott vertrauen,  / als ruhn auf Menschen Macht und Kunst,  / ja, besser ist’s, auf Gott vertrauen,  / als hoffen auf der Fürsten Gunst.

5. Der HERR ist meine Hilf und Stärke,  / mein Psalm singt seine Treu und Macht.  / Mein Heiland hat durch große Werke  / Sieg und Erlösung uns gebracht.  / Nun jauchzen meines Gottes Knechte,  / dass ihre Hütt davon ertönt:  / Gelobt sei unsers Gottes Rechte,  / die uns mit Sieg und Frieden krönt. 

6. Die Rechte Gottes ist erhöhet,  / die Rechte unsers Gottes siegt.  / Der Fromme, der nun sicher stehet,  / frohlocket, dass der Feind erliegt.  / Ich sterbe nicht, ich werde leben  / durch den, der mich erlöset hat.  / Ich will die Werke froh erheben,  / die der Erbarmer für mich tat. 
Melodie: 1543 / Genf 1551 / Text: nach Matthias Jorissen 1793

 

 


Dick Sanderman
Psalm 103

Lobe den Herrn, meine Seele (Zum Lesen, Singen und Beten)

Refrain (auch als Kanon zu singen):

Lobe den Herrn, meine Seele,
und seinen heiligen Namen.
Was er dir Gutes getan hat
Seele, vergiss es nicht, Amen!
Lobe, lobe den Herrn,
lobe den Herrn, meine Seele.
Lobe, lobe den Herrn,
lobe den Herrn, meine Seele!

1
Der meine Sünden vergeben hat,
der mich von Krankheit gesund gemacht.
Den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:
(Lobe den Herrn meine Seele…)

2
Der mich im Leiden getröstet hat,
der meinen Mund wieder fröhlich macht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:
(Lobe den Herrn meine Seele…)

3
Der mich vom Tode errettet hat,
der mich behütet bei Tag und Nacht,
Den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:
(Lobe den Herrn meine Seele ...)


nach Psalm 103, Melodie: Norbert Kissel
Psalm 79

1. Ach HERR, dein Land! Zugrunde hat gerichtet  / der Feinde Wut dein Erbteil und vernichtet.  / Entweihet steht dein Haus, dein Dienst zerstöret,  / Jerusalem ist ganz in Schutt verkehret.  / Von deinen Priestern, HERR,  / blieb uns kein einzger mehr.  / Das Schwert kam, sie zu morden,  / sie fielen in den Staub  / und sind der Tiere Raub,  / der Vögel Fraß geworden.

2. HERR, siehe doch, wie toben unsre Hasser,  / es strömet unser Blut dahin wie Wasser.  / Da liegen nun, die sie ermordet haben,  / der Freund darf nicht einmal den Freund begraben.  / Und wie zermalmt, o Gott,  / uns unsrer Nachbarn Spott.  / Sie sehen uns in Nöten  / und gehen nicht davon,  / bis sie mit Spott und Hohn  / noch tiefer uns zertreten.

3. Wie lange soll dein Feuereifer währen?  / HERR, soll die Glut uns alle noch verzehren?  / Gieß deinen Zorn auf die, die dich verkennen,  / auf Völker, die nie deinen Namen nennen,  / die frech erheben sich,  / du Heilger, wider dich.  / Sei wider sie gerüstet,  / sie plündern Jakob aus,  / ihr Arm hat Hof und Haus  / im ganzen Land verwüstet.

4. Gedenke nicht, HERR, unsrer vor’gen Sünden,  / lass bald dein Volk, Erbarmer, Gnade finden!  / Wir sind erschöpft, komm, stärke du uns wieder,  / du, unser Gott und Heiland, schau hernieder  / und eile du herbei,  / mach uns vom Feinde frei,  / komm, unsre Not zu stillen!  / Vergib nach deiner Gnad  / uns unsre Missetat  / um deines Namens willen. 

5. Wirst du die Ehre deines Namens retten,  / befreist du uns Gefangne aus den Ketten,  / so hat dein Volk, die Herde deiner Weide,  / an dir, dem guten Hirten, wieder Freude.  / Wir wollen deinen Ruhm  / in deinem Heiligtum  / frohlockend hoch erheben,  / erlöst und dir geweiht  / nun und in Ewigkeit  / dir Lob und Ehre geben.  / Melodie: 1543 / Genf 1551  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
Psalm 111

1. Jauchzt Halleluja, lobt den HERRN!  / Mein ganzes Herz will froh und gern  / ihm würdig Preis und Ehre geben.  / Ich will in seinem Heiligtum  / im Rat der Frommen seinen Ruhm  / aus allen Kräften hoch erheben. 

2. Die Werke Gottes sind sehr groß.  / Wer je die Seligkeit genoss,  / Gott selbst in seinem Werk zu sehen,  / spricht: All sein Tun ist Majestät  / und Herrlichkeit, aufs höchst erhöht,  / ja, ewig wird sein Recht bestehen. 

3. Ein Denkmal seiner Wunder gibt  / er selber, der uns ewig liebt.  / Wie gnädig zeigt er sich uns Armen!  / Er speiset liebreich, wer ihn ehrt,  / nach seinem Bund, der ewig währt,  / wird er sich unser stets erbarmen.

4. Er selbst zeigt seinem Volke an  / die Taten, die sein Arm getan,  / dass er der Heiden Erb ihm schenke.  / Wir sehn, dass er gerecht und treu  / in jedem Werk und Wege sei  / und unsre schwachen Tritte lenke.

5. Was Gott gesagt, steht ewig fest,  / von seinem Bunde er nicht lässt.  / Das sieht und rühmet Jakobs Same.  / Erlösung sendet uns der HERR,  / was er verheißt, erfüllet er:  / Ja, hoch und heilig ist sein Name.

6. Drum soll die Furcht des HERRN allein  / bei uns der Weisheit Anfang sein.  / Sie wird uns zum Verständnis führen,  / sie macht uns selig und beglückt,  / für Erd und Himmel uns geschickt,  / und wird mit ewgem Schmuck uns zieren.  / Melodie: Straßburg-Genf 1542 / Lyon 1548  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Chormusik zum Genfer Psalter, Berliner Domkantorei
Psalm 54

1. Hilf mir, mein Gott in dunkler Nacht,  / gib mir durch deinen Namen Leben,  / du kannst es auch im Tode geben:  / Verschaff mir Recht durch deine Macht!  / Ich wende mich in Not zu dir  / und will auf dich alleine sehen,  / hör mein Gebet, vernimm mein Flehen  / und wende dich, mein Gott, zu mir.

2. Die Stolzen wüten wider mich  / und stehen mir nach meiner Seele,  / als ob ihr Anschlag jetzt nicht fehle,  / und denken nicht, mein Gott, an dich.  / Doch siehe, Gott steht mir noch bei,  / ich lasse ihn nur ruhig walten.  / Der HERR wird meine Seel erhalten,  / ich trau auf ihn, denn er ist treu.

3. Wende das Unheil im Gericht,  / der Bosheit Stimme bring zum Schweigen.  / Mit Macht wirst du den Feinden zeigen  / die Hilfe, die dein Wort verspricht.  / Dann bring ich mit erfreutem Mut  / dir Opfer dar, die dir gehören.  / HERR, deinen Namen will ich ehren,  / du machst mich frei und bist mir gut.  / Melodie: Genf 1562  / Text: nach Matthias Jorissen 1793


Dick Sanderman
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