Chronik

Weltgeschehen und reformierte Gedenktage

Die Chronik bietet Ge­denk­tage aus der reformierten Kir­chen- und Kulturge­schichte sowie Persönlichkeiten oder Er­eig­nisse mit runden Ge­burts­tagen, viele ausdrücklich reformiert, andere mit Nähe zur reformierten Welt. Lizenz: CC-BY-SA 4.0.

16.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

16.8.2009 - Nina Hagen

Die deutsche Godmother of Punk ist zwar schon 54, aber in der DDR, wo sie 21 Jah­re lang gelebt hat, sind kirchliche Rituale verpönt gewesen. Dass Religion und Chri­stentum sie faszinieren, haben immer wieder mal Titel ihrer Songs, CDs und Bücher vermuten lassen. Heute lässt sie sich in der Gemeinde von Schüttorf in der ehemals reformierten Grafschaft Bentheim evangelisch-reformiert taufen, von Pastor Karl-Wil­helm ter Horst, mit dem sie befreundet ist. In einem Jahr wird das Soloalbum Perso­nal Jesus erscheinen, und ihre Show wird Nina Ha­gen liest und singt Bekenntnisse heissen.

15.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

15. August 1557 – Agnes Prest wird hingerichtet

Am 15. August 1557 wurde die Cornwallerin Agnes Prest in Exeter als evangelische Märtyrerin auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. weigerte sie sich, ihre reformatorischen Überzeugungen zu widerrufen. Insbesondere lehnte sie die Lehre von der Wandlung von Brot und Wein im Abendmahl ab und bekannte sich zur Autorität der Heiligen Schrift. Bis zuletzt blieb sie ihrem Glauben treu und nahm den Tod in Kauf. Ihr Leben erinnert daran, dass die Reformation nicht nur von Gelehrten und Reformatoren getragen wurde, sondern auch von einfachen Christinnen und Christen, die für ihre Überzeugung einstanden.

13.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

13. August 1727 – Aufbruch in Herrnhut

Am 13. August 1727 erlebte die Gemeinschaft in Herrnhut eine tiefgreifende geistliche Erneuerung. Unter der Leitung von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf fanden Christen unterschiedlicher Herkunft zu neuer Einheit im Glauben. Aus diesem Aufbruch entstand die Herrnhuter Brüdergemeine, deren weltweite Missionsarbeit bis heute nachwirkt

12.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

12.8.1584 - Hohe Schule Herborn

1559 hat Calvin in Genf die Académie gegründet. Sie ist Vorbild vieler Akademien in reformierten Gebieten geworden. Im deutschen Sprachraum heisst sie Hohe Schule. Vor fünf Jahren ist das reformierte Bekenntnis eingeführt worden. Heute stiftet Graf Johann VI. von Nassau die Johannea. Sie hat eine theologische, juristische, medizi­ni­sche und philosophische Fakultät. Ihre Blütezeit wird sie mit den Professoren Pis­ca­tor, Olevian und Althusius sowie den Studenten Molnár aus Ungarn und Comenius aus Böhmen erleben. Der Zürcher Drucker Corvinus wird 900 Schriften vervielfäl­ti­gen. Die Bundestheologie wird ihre Spezialität sein.

11.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

11.8.1817 - Nassauische Union

Erst seit einem Jahr gibt es das Herzogtum Nassau mit der Hauptstadt Wiesbaden. Es ist aus 39 Territorien mit Lutheranern und Reformierten gebildet worden. Der Lan­desherr hat die erste Generalsynode nach Idstein im Taunus einberufen, um aus Grün­den der Staatsraison Verwaltung, Schule und Kultus zu vereinheitlichen. Heute verfügt er das erste Unionsdekret. Ihm werden ähnliche Dekrete noch in diesem Jahr in Preussen, im nächsten in Hanau und Fulda sowie in der Pfalz, in drei Jahren in Waldeck und Pyrmont und Anhalt, in vier in Baden und in fünf in Rheinhessen folgen.

7.8.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

7.8.1560 - Confessio Scotica

Seit einer Woche tagt in Edinburgh das schottische Parlament. Ein Kreis um den schot­tischen Reformator John Knox, der im Mai vor einem Jahr aus Genf zurück­ge­kehrt ist, hat ihm eine Petition zur Abschaffung römischer Irrlehren vorgelegt. Darauf­hin hat es den Auftrag erhalten, in vier Tagen eine Zusammenfassung der reformier­ten Lehre zu präsentieren. Heute liegt sie vor und wird mit grosser Mehrheit ange­nom­men. Bald danach werden die römische Messe und die päpstliche Jurisdiktion auf schottischem Boden verboten.

4.8.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

Am 4. August 1427 scheiterte bei Mies (heute Stříbro in Tschechien) der vierte Kreuzzug gegen die Hussiten. Die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus verteidigten erfolgreich ihre Gemeinden und ihren Glauben gegen ein großes katholisches Heer. Die Niederlage der Kreuzritter zeigte, dass die Forderung nach kirchlicher Erneuerung nicht mehr mit Gewalt unterdrückt werden konnte. Die Hussiten gelten als wichtige Vorläufer der Reformation des 16. Jahrhunderts

2.8.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

Am 2. August 1552 wurde der Passauer Vertrag zwischen König Ferdinand I. und den evangelischen Reichsständen geschlossen. Darin gewährte König Ferdinand I. den evangelischen Reichsständen weitreichende Religionsfreiheit und bereitete die Freilassung des gefangenen Landgrafen Philipp von Hessen vor.  Der Passauer Vertrag bereitete den Augsburger Religionsfrieden von 1555 vor und schuf Voraussetzungen dafür, dass sich die evangelischen Kirchen im Reich weiterentwickeln konnten. Auch wenn die Reformierten erst 1648 im Westfälischen Frieden reichsrechtlich anerkannt wurden, markiert der Vertrag einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu religiöser Duldung und Gewissensfreiheit

1.8.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

1.8.1559 - Institutio Christianae Religionis

Seit der Erstausgabe von 1536 hat Jean Calvin unermüdlich an seiner Darstellung des reformierten Glaubens gearbeitet. Heute setzt er mit dem Vorwort den Schluss­punkt. Sie wird die grösste Dogmatik der reformatorischen Epoche bleiben und zur weltweit nachhaltigsten Dogmatik des Protestantismus werden. Bereits ihr erster Satz ist reformiertes Urgestein: All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient und wahr und zuverlässig ist, umfasst im Grunde eigentlich zweier­lei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis.

27.7.2026 - Rückblick

Reformierte Chronik

27. Juni 1556 – Die Stratford-Märtyrer

Am 27. Juni 1556 wurden bei London dreizehn Protestanten, die sogenannten Stratford-Märtyrer, wegen ihres evangelischen Glaubens auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die Verfolgungen fanden während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. von England statt. Das Schicksal dieser Männer und Frauen zeigt, wie hoch der Preis war, den viele Menschen in der Reformationszeit für ihr Bekenntnis zahlten. Ihr Zeugnis stärkte die protestantische Bewegung in England nachhaltig.

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