Chronik
Weltgeschehen und reformierte Gedenktage
Reformierte Chronik
11.8.1817 - Nassauische Union
Erst seit einem Jahr gibt es das Herzogtum Nassau mit der Hauptstadt Wiesbaden. Es ist aus 39 Territorien mit Lutheranern und Reformierten gebildet worden. Der Landesherr hat die erste Generalsynode nach Idstein im Taunus einberufen, um aus Gründen der Staatsraison Verwaltung, Schule und Kultus zu vereinheitlichen. Heute verfügt er das erste Unionsdekret. Ihm werden ähnliche Dekrete noch in diesem Jahr in Preussen, im nächsten in Hanau und Fulda sowie in der Pfalz, in drei Jahren in Waldeck und Pyrmont und Anhalt, in vier in Baden und in fünf in Rheinhessen folgen.
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7.8.1560 - Confessio Scotica
Seit einer Woche tagt in Edinburgh das schottische Parlament. Ein Kreis um den schottischen Reformator John Knox, der im Mai vor einem Jahr aus Genf zurückgekehrt ist, hat ihm eine Petition zur Abschaffung römischer Irrlehren vorgelegt. Daraufhin hat es den Auftrag erhalten, in vier Tagen eine Zusammenfassung der reformierten Lehre zu präsentieren. Heute liegt sie vor und wird mit grosser Mehrheit angenommen. Bald danach werden die römische Messe und die päpstliche Jurisdiktion auf schottischem Boden verboten.
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Am 4. August 1427 scheiterte bei Mies (heute Stříbro in Tschechien) der vierte Kreuzzug gegen die Hussiten. Die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus verteidigten erfolgreich ihre Gemeinden und ihren Glauben gegen ein großes katholisches Heer. Die Niederlage der Kreuzritter zeigte, dass die Forderung nach kirchlicher Erneuerung nicht mehr mit Gewalt unterdrückt werden konnte. Die Hussiten gelten als wichtige Vorläufer der Reformation des 16. Jahrhunderts
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Am 2. August 1552 wurde der Passauer Vertrag zwischen König Ferdinand I. und den evangelischen Reichsständen geschlossen. Darin gewährte König Ferdinand I. den evangelischen Reichsständen weitreichende Religionsfreiheit und bereitete die Freilassung des gefangenen Landgrafen Philipp von Hessen vor. Der Passauer Vertrag bereitete den Augsburger Religionsfrieden von 1555 vor und schuf Voraussetzungen dafür, dass sich die evangelischen Kirchen im Reich weiterentwickeln konnten. Auch wenn die Reformierten erst 1648 im Westfälischen Frieden reichsrechtlich anerkannt wurden, markiert der Vertrag einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu religiöser Duldung und Gewissensfreiheit
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1.8.1559 - Institutio Christianae Religionis
Seit der Erstausgabe von 1536 hat Jean Calvin unermüdlich an seiner Darstellung des reformierten Glaubens gearbeitet. Heute setzt er mit dem Vorwort den Schlusspunkt. Sie wird die grösste Dogmatik der reformatorischen Epoche bleiben und zur weltweit nachhaltigsten Dogmatik des Protestantismus werden. Bereits ihr erster Satz ist reformiertes Urgestein: All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient und wahr und zuverlässig ist, umfasst im Grunde eigentlich zweierlei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis.
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27. Juni 1556 – Die Stratford-Märtyrer
Am 27. Juni 1556 wurden bei London dreizehn Protestanten, die sogenannten Stratford-Märtyrer, wegen ihres evangelischen Glaubens auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die Verfolgungen fanden während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. von England statt. Das Schicksal dieser Männer und Frauen zeigt, wie hoch der Preis war, den viele Menschen in der Reformationszeit für ihr Bekenntnis zahlten. Ihr Zeugnis stärkte die protestantische Bewegung in England nachhaltig.
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26.7.1581 - Plakkaat van Verlatinghe
1477 sind alle siebzehn Provinzen der burgundischen Niederlande an das Haus Habsburg gefallen. Unter König Philipp II., dem spanischen Habsburger, ist es seit 1566 zu erheblichen Spannungen zwischen reformierten Nordprovinzen und katholischen Südprovinzen gekommen. Vor zwei Jahren hat sich die Union von Arras zum katholischen Spanien bekannt, worauf sich die sieben reformierten Provinzen Holland, Zeeland, Utrecht, Gelderland, Overijssel, Groningen und Friesland in der Utrechter Union vereinigt haben. Heute sind die reformierten Niederlanden in Den Haag versammelt, um sich offiziell von Philipp II. abzuwenden, die Republik auszurufen und sich ein Parlament, den Staten-Generaal, zu geben.
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25.7.1593 - Henri IV
Seine Grossmutter ist Marguerite d’Angoulême, die reformierte Prominenz bei sich versteckt hat, seine Mutter Jeanne d’Albret, die als Königin von Navarra 1561 die Reformation eingeführt hat. Er ist katholisch getauft und reformiert erzogen worden. 1572-76 hat er sich gezwungenermassen katholisieren lassen, seither in den Hugenottenkriegen aber wieder die reformierte Partei unterstützt. Heute konvertiert er offiziell zur katholischen Kirche, um die Krone erben und nach acht Hugenottenkriegen Frankreich befrieden zu können, eine politische Entscheidung. Im nächsten Februar wird er zum König gesalbt werden und nach vier Jahren das Toleranzedikt von Nantes erlassen. Paris ist eine Messe wert, ist sein Spruch des Tages.
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24.7.1702 - Camisards
Im Cevennendorf Pont-de-Montvert hat man Hugenotten im Pfarrhaus festgesetzt, die der Dorfpriester in ihren Verstecken entdeckt hat. Heute zieht eine Gruppe von Prophètes aus ihren Verstecken im Désert gegen das Pfarrhaus, befreit die Gefangenen und ermordet den Priester du Chayla. Der Tag wird das Urdatum der Kamisardenkriege werden, die erst 1789 mit der Französischen Revolution ihr Ende finden. Camisards wird man diese Hugenotten des inneren refuge wegen ihres Hemds, okzitanisch camisa, nennen
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24.7.1702 - Camisards
Im Cevennendorf Pont-de-Montvert hat man Hugenotten im Pfarrhaus festgesetzt, die der Dorfpriester in ihren Verstecken entdeckt hat. Heute zieht eine Gruppe von Prophètes aus ihren Verstecken im Désert gegen das Pfarrhaus, befreit die Gefangenen und ermordet den Priester du Chayla. Der Tag wird das Urdatum der Kamisardenkriege werden, die erst 1789 mit der Französischen Revolution ihr Ende finden. Camisards wird man diese Hugenotten des inneren refuge wegen ihres Hemds, okzitanisch camisa, nennen.
