Chronik

Weltgeschehen und reformierte Gedenktage

Die Chronik bietet Ge­denk­tage aus der reformierten Kir­chen- und Kulturge­schichte sowie Persönlichkeiten oder Er­eig­nisse mit runden Ge­burts­tagen, viele ausdrücklich reformiert, andere mit Nähe zur reformierten Welt. Lizenz: CC-BY-SA 4.0.

13.9.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

13.9.1542 - Zweiter Einzug Calvins in Genf​

Vor sechs Jahren hat Guillaume Farel, der Reformator von Neuchâtel, ihn in Genf festgehalten, als er auf der Durchreise war. Zusammen haben sie die Reformation in-haltlich vorangetrieben, sich aber wegen überrissener Kirchenzucht und Streits um Berner Kirchenbräuche mit den Behörden verkracht. Nach zwei Jahren haben die Genfer ihren Reformator verbannt. Nun aber haben sie ihn wieder gerufen. Heute zieht er als Genfer in Genf ein. 23 Jahre lang wird er wirken und Genf nach Zürich zum zweiten Quellort der reformierten Reformation machen.

12.9.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

12.9.1532 - Waldensersynode in Chanforan​

Wie die Hussiten in Böhmen haben die Waldenser im Alpenraum schon lange vor der Reformation reformatorische Ideen. Heute schließen sie sich auf einer Wiese im Piemont der Westschweizer Reformation an. Die Reformatoren Farel und Olivétan sind aus Neuchâtel angereist. Mit einer Sammlung von 500 écus d'or als Einstand er-möglichen vor allem die Waldenser die erste Übersetzung der Bibel ins Französische.

11.9.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

11.9.1572 - Feier der Hugenottenpogrome

Nach Plänen der Catarina de‘ Medici ist vor achtzehn Tagen der Hugenottenführer Gaspard de Coligny ermordet und dann ein Pogrom veranstaltet worden, dem in Paris 3‘000 Hugenotten zum Opfer gefallen sind. Landesweit sind ähnliche Massaker noch im Gang. Papst Gregor XIII hat nach Bekanntwerden der Pariser Ereignisse ein Te Deum singen lassen: Dich, Gott, loben wir. Heute findet nach seinem Willen eine Doppelfeier statt: des Siegs der christlichen Heere über die muslimischen bei Lepanto vor einem Jahr und des Siegs der katholischen Kirche über die hugenottische Häresie vor achtzehn Tagen. Bis in sechs Wochen werden weitere 15‘000 Hugenotten ermordet sein. Der Papst wird Giorgio Vasari beauftragen, im Vatikan eine Wand der Sala Regia mit der Ermordung Colignys zu bemalen. Eine Gedenkmünze mit Papst-bild und Hugenottenleichen wird erscheinen: Ugonottorum Strages 1572.

7.9.2026 - Rückblende

Reformierte Chronik

7.9.1920 - Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund

Heute treffen sich im Stadthaus von Olten 32 Abgeordnete aus fünfzehn Kantonalkir­chen und zwei Diasporaverbänden. Als Traktandum 2 nehmen sie die Statuten des neuen SEK-FEPS an. Damit ist der zweisprachige Kirchenbund gegründet. Ein sie­ben­köpfiger Rat wird gewählt, darunter als erster Ratspräsident Wilhelm Hadorn. Er ist Pfarrer, Professor und Verfasser einer Kirchengeschichte der reformierten Schweiz, die 1907 in Zürich erschienen ist.

29.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

29.8.1523 - Ulrich von Hutten

Zwanzig Jahre ist er unterwegs gewesen, hat als Soldat gedient und als Poet ge­schrieben. In Wien hat er den Sankt Galler Reformator Vadian kennengelernt, in Mainz den Humanisten Erasmus von Rotterdam. Fünf Jahre lang hat er sich publi­zistisch an den Dunkelmännerbriefen beteiligt. Mit Luther hat er Briefe gewechselt und wurde mit ihm vor zwei Jahren päpstlich gebannt. Armut und Krankheit haben ihn gezeichnet. Zwingli hat ihm zur Heilung seiner Syphilis eine Zuflucht auf der Insel Ufenau im Zürichsee vermittelt. Vor fünf Wochen ist dort seine letzte Streitschrift fertig geworden, der Libellus in tyrannos. Heute stirbt der deutsche Ritter auf der Ufenau.

27.8.2026 Rückblende Reformierte Chronik

27.8.1647 - Westminster Confession

In der Westminster-Synode treffen sich seit vier Jahren englische und schotti­sche Pres­­byterianer, um im Auftrag des englischen Parlaments, das im Streit liegt mit dem konservativen Königshaus, Fragen des neuen nach­rö­mischen Glaubens verbindlich zu klären. Vor einem Jahr ist die Confession fertig geworden. Heute nimmt die schot­tische Generalsynode sie an. Im kommenden Jahr wird das englische Parlament sie zusammen mit zwei Katechismen ratifizieren und in Kraft setzen. Mit geringfügigen regionalen Abweichungen wird sie zur Grundlage sämtlicher Bekenntnisbildungen im angelsächsischen Raum werden.

26.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

26.8.1789 - Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Nach der Flucht von nahezu 200‘000 Hugenotten aus Frankreich, vor allem aus dem Norden, und dem Untertauchen der Gebliebenen, vor allem im Süden, hat sich die Lage der Reformierten vor zwei Jahren verbessert. König Louis XVI hat Nichtkatholi­ken zivilrechtliche Anerkennung gewährt. Inzwischen hat die Revolution gesiegt. Mar­quis de La Fayette, der für die Amerikaner gegen die Engländer gekämpft hat, hat im Geist der Unabhängigkeitserklärung von 1776 eine Vorlage erarbeitet. Heute setzt die neue Nationalversammlung die Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen in Kraft. Artikel 10 von 17 gewährt nun auch Reformierten das Recht auf freien und öf­fentlichen Kultus: Nul ne doit être inquiété pour ses opinions, même religieuses. In zwei Jahren wird die Verfassung die Kultusfreiheit garantieren.

24.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

24.8.1560 - Reformation in Schottland

Seit gestern tagt in Hercegszölös die ungarische Synode. Heute beschliesst sie die erste Kirchenordnung für den Donaudistrikt der Reformierten. Wenig später wird Dá­vid Huszár, Sohn des westungarischen Reformators Gallus Huszár, reformierter Pfar­rer und Chef einer Druckerei, sie herausgeben. In einem Jahr wird die Übersetzung des Heidelberger Katechismus folgen.

22.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

22.8.1864 - Genfer Konvention

Vor fünf Jahren hat Henri Dunant die humanitäre Katastrophe von Solferino miterlebt, vor zwei Jahren sein Buch darüber publiziert und vor anderthalb Jahren das Interna­tio­nale Rote Kreuz gegründet. Heute unterzeichnen auf Einladung des Schweizer Bun­desrats Vertreter von zwölf Staaten ein Papier, das Ärzte und Juristen auf Anre­gung von Dunant ausgearbeitet haben. In Artikel 7 wird das rote Kreuz auf weissem Grund als Zeichen der Erkennung und gleichzeitig als Tabu der Gewalt festgelegt. 1929 wird der rote Halbmond hinzukommen, 1949 eine weitere Konvention.

17.8.2026 - Rückblende Reformierte Chronik

17.8.1576 - Erste ungarische Kirchenordnung

Seit gestern tagt in Hercegszölös die ungarische Synode. Heute beschliesst sie die erste Kirchenordnung für den Donaudistrikt der Reformierten. Wenig später wird Dá­vid Huszár, Sohn des westungarischen Reformators Gallus Huszár, reformierter Pfar­rer und Chef einer Druckerei, sie herausgeben. In einem Jahr wird die Übersetzung des Heidelberger Katechismus folgen.

< 11 - 20 (2951) > >>