Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Dienstag 12. Dezember 2023

Matthäus 27,11-14

Jesus aber wurde zum Statthalter gebracht, und als er vor ihm stand, fragte Pilatus ihn: «Du da! Bist du der König der Juden?» Jesus antwortete ihm: «Du sagst es.» Dann schwieg er, und als die Grossen Priester und Mächtigen ihn beschuldigten, entgegnete er ihnen nicht. Da fragte Pilatus: «Hörst du nicht, was hier gegen dich spricht?» Aber so sehr es den Statthalter auch wunderte – Jesus schwieg und sagte kein einziges Wort mehr zu ihm.


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 11. Dezember 2023

Matthäus 27,9-10

So ist das Wort in Erfüllung gegangen, das der Prophet Jeremias gesagt hat: Sie haben dreissig Silberstücke genommen, / den Kaufpreis für einen – / einen Mann? / einen Acker? – , / der abgeschätzt wurde / nach seinem Wert / von Israels Söhnen / und gaben sie hin, / die Silberstücke, / für den Acker des Töpfers, / wie es der Herr befahl.


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 10. Dezember 2023

Matthäus 27,3-8

Judas aber, der ihn ausgeliefert hatte, sah nun, dass Jesus verurteilt war, und da packte ihn Reue, und er brachte den Grossen Priestern und Mächtigen die dreissig Silberstücke zurück: «Ich habe Unrecht getan», sagte er, «und einen Menschen ausgeliefert, der unschuldig ist.» Doch sie antworteten ihm: «Was geht das uns an! Dies ist deine Sache: Sieh du nur zu!» Da warf er die Silberstücke in den Tempel und ging fort, irgendwohin, und hängte sich auf. Die Grossen Priester nahmen das Geld, doch weil es Mordlohn war, wollten sie das Silber nicht in den Tempelschatz legen: «Dieses Geld», sagten sie, «ist blutiges Geld», und berieten, was damit zu tun sei. Endlich entschlossen sie sich, von dem Geld den Töpferacker zu kaufen, als einen Begräbnisplatz für die Fremden, und darum heisst dieser Ort bis zum heutigen Tag ‘Blutiger Acker’.


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 9. Dezember 2023

Matthäus 27,1-2

Als es Morgen wurde, kamen die Grossen Priester und Mächtigen zusammen und beschlossen gemeinsam, Jesus hinrichten zu lassen. Sie liessen ihn binden, führten ihn ab, und übergaben ihn dem Statthalter Pilatus.


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 8. Dezember 2023

Matthäus 26,69-75

Unterdessen sass Petrus draussen im Hof. Eine Magd kam auf ihn zu und sagte: «Auch du bist mit Jesus, dem Mann aus Galiläa, zusammengewesen.» Doch Petrus stritt es ab, und alle hörten, wie er sagte: «Ich weiss nicht, wovon du redest.» Aber als er hinausging, sah ihn beim Tor eine andere Magd: Die sagte zu den Leuten, die dort herumstanden: «Er ist mit Jesus, dem Mann aus Nazareth, zusammengewesen.» Doch Petrus stritt es zum zweiten Mal ab: «Ich schwöre, dass ich diesen Menschen nicht kenne.» Kurz darauf aber kamen die Leute zu ihm, die am Tor herumstanden, und sagten: «Doch, du gehörst zu ihm: Die Art, wie du redest, verrät dich.» Da begann Petrus zu fluchen und stiess Verwünschungen aus: «Ich sage euch», rief er, «dass ich diesen Menschen nicht kenne.» Doch kaum hatte er geschworen, da krähte der Hahn, und Petrus erinnerte sich, dass Jesus gesagt hatte: «Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen». Und ging hinaus und weinte.


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 7. Dezember 2023

Matthäus 26,67-68

Dann spuckten sie ihm ins Gesicht, misshandelten ihn, schlugen mit Stöcken auf ihn ein und schrien voll Hohn: «Grosser Prophet und Gesalbter! Verkündige uns: Wer hat dich geschlagen?»


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 6. Dezember 2023

Matthäus 26,63b-66

Aber der Grosse Priester sagte zu ihm: «Beim lebendigen Gott! Ich beschwöre dich: Sag uns: Bist du der Messias, Gottes Sohn?» Jesus antwortete ihm: «Das hast du gesagt. Ich aber sage euch, ihr werdet sehen: Von nun an sitzt der Menschensohn zur Rechten Gottes, der die Macht hat, und kommt auf den Wolken des Himmels.» Da zerriss der Grosse Priester sein Gewand und sagte: «Nun brauchen wir keine Zeugen mehr: Das war Gotteslästerung! Ihr habt es alle gehört. Sagt, worauf ihr erkennt!» «Schuldig», sagten sie, «er soll sterben!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 5. Dezember 2023

Matthäus 26,59-63a

Weil die Grossen Priester und der Hohe Rat Jesus zum Tode verurteilen wollten, suchten sie nach falschen Aussagen, die gegen ihn sprachen. Doch obgleich viele Lügenzeugen auftraten, fanden sie keine Schuld, die die Todesstrafe verdiente. Zuletzt aber kamen zwei Männer und sagten: «Er hat behauptet: Es steht in meiner Macht, Gottes Tempel niederzureissen und ihn in drei Tagen wieder aufzubauen!» Da stand der Grosse Priester auf und sagte zu Jesus: «Sie beschuldigen dich! Willst du nicht antworten?» Doch Jesus schwieg.


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 4. Dezember 2023

Matthäus 26,56b-58

Dann wurde er in Fesseln zum Grossen Priester Kaiphas gebracht, wo sich die Schriftausleger und Mächtigen versammelten. Seine Schüler aber liessen ihn allein und liefen davon. Nur Petrus folgte ihm, von weitem, bis zum Hof des Grossen Priesters und setzte sich dort unter die Knechte, denn er wollte sehen, wie es ausgehen würde.


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 2. Dezember 2023

Matthäus 26,36-50

Jesus aber ging weiter und kam mit seinen Schülern zu einem Stück Land, das Gethsemane heisst: «Dort will ich beten», sagte er zu seinen Schülern, «bleibt hier und wartet auf mich.» Dann nahm er Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich: Traurigkeit hatte ihn ergriffen, und er war in grosser Angst. «Meine Seele ist betrübt», sagte er, «und das Herz will mir brechen. Wartet hier und wacht mit mir zusammen.» Er ging ein wenig weiter, fiel nieder, legte sein Gesicht auf die Erde und betete: «Mein Vater, wenn es möglich ist, lass den Becher an mir vorbeigehen. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst, soll es geschehen!»

Dann ging er zu seinen Schülern zurück und fand sie schlafend: «Petrus!», sagte er, «nicht eine einzige Stunde konntet ihr mit mir wachen? Steht auf und betet, damit ihr der Versuchung entgeht! Denn der Geist ist bereit, aber der Leib hat keine Kraft.» Dann ging er wiederum fort und betete: «Mein Vater, wenn dieser Becher nicht vorbeigehen kann, und ich ihn austrinken muss, dann soll dein Wille geschehen.»

Darauf ging er abermals zu seinen Schülern zurück, und wieder fand er sie schlafend: Ihre Augenlider waren schwer. Da verliess Jesus sie zum dritten Mal und sprach das gleiche Gebet wie zuvor.

Dann kehrte er zu seinen Schülern zurück: «Schlaftrunkene», sagte er, «wie ruhig ihr seid, und die Stunde ist da! Derr Menschensohn wird ausgeliefert, die Gottlosen fassen ihn an. Kommt, steht auf! Seht: Schon ist er da, der mich ausliefern wird.» Und während er noch sprach, kam Judas, einer seiner zwölf Schüler, mit einer grossen Menschenmenge, die von den Grossen Priestern und Mächtigen ausgesandt worden war, bewaffnet mit Schwertern und Knüppeln. Judas, der ihn auslieferte, hatte ein Zeichen mit ihnen verabredet und sagte: «Wen ich küssen werde: der ist es! Den nehmt gefangen!»

Dann ging er auf Jesus zu, sagte: «Sei gegrüsst, Rabbi!» und küsste ihn. Jesus antwortete ihm: «Du bist mein Schüler: Tu, wozu du gekommen bist.» Dann traten die Männer vor, ergriffen ihn und nahmen ihn fest.


Übersetzung Walter Jens 1972
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