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Teufel

Helles Entsetzen erntet man bei manchen Glaubensrichtungen mit dem Bekenntnis, nicht an den Teufel zu glauben. Die Existenz des Gegenspielers zu leugnen kommt in solchen Kreisen einem Verrat an Gott gleich. Diese Haltung mag zwar befremdlich klingen, war aber lange Zeit sehr weit verbreitet. Und sie ist es überall da noch bis heute, wo eine scharfe Unterscheidung von Gutem und Bösem zum Weltbild gehört. So wie das Gute in Gott personifiziert wird, kann das auch mit dem Bösen gemacht werden.

Wie so oft steckt dahinter der Versuch, sich die Unterscheidung von Gut und Böse verfügbar zu machen. Denn diese von ihrem festen Glauben überzeugten Menschen wissen genau, was von Gott kommt und was vom Teufel und deshalb auch, wer Gottes Kind und wer des Teufels ist. Alles spielt sich zwischen diesen beiden Seiten ab und mit einem erstaunlich detailreichen Wissen darüber, was Gott will und macht.

Dass wir Menschen dem Bösen einen Namen geben wollen, ist verständlich und auch unproblematisch, solange damit keine Zuordnungen begründet werden. In den meisten Situationen sehen wir allerdings viele Grautöne und nicht nur Schwarz und Weiß. Und im Nachhinein stellt sich oft heraus, dass Schlechtes sich zum Guten gewendet hat und vermeintlich böse Menschen doch ganz ok sind. Warum soll es also einen Teufel geben?


Georg Rieger