Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 25

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Meine Seele steigt auf Erden / sehnend, HERR, mein Gott, zu dir. / Laß mich nicht zuschanden werden, / dir vertrau ich, hilf du mir! / Du verläßt die Deinen nicht, / die zu dir die Zuflucht nehmen. / Doch wer Treu und Glauben bricht, / den wirst du gewiß beschämen.

2. Zeige, HERR, mir deine Wege, / mach mir deinen Pfad bekannt, / daß ich treulich folgen möge / jedem Winke deiner Hand. / Leit in deine Wahrheit mich, / führe mich auf rechte Pfade, / Gott, mein Heil, ich suche dich, / täglich harr ich deiner Gnade.

3. HERR, erbarm dich eines Armen, / der zu dir um Gnade schreit. / Dachtest du nicht mit Erbarmen / schon an mich in Ewigkeit? / Ach, gedenk nicht meiner Schuld, / auch nicht meiner Jugend Sünden. / Unter deiner Vaterhuld / laß mich, laß mich Gnade finden.

4. Gott ist gut und recht, er zeiget / Irrenden die rechte Bahn, / macht ihr Herz zu ihm geneiget, / nimmt sie mit Erbarmen an. / Den Demütgen gibt er Licht, / daß sie folgen seiner Gnade. / Die Sanftmütgen straucheln, / denn er führt sie seine Pfade.

5. Lauter Wahrheit, lauter Güte / wird in Gottes Führung kund / dem gehorsamen Gemüte, / das sich hält an seinen Bund. / Groß ist meine Missetat, / drum vergib mir und erfülle, / was dein Mund versprochen hat, / HERR, um deines Namens willen.

6. Wo ist er, der Gott ergeben / ganz sich seinem Dienste weiht? / Gott zeigt ihm den Weg zum Leben, / führt ihn selbst zur Ewigkeit. / Meine Augen schauen stets / auf den HERRN, ich muß nicht fliehen, / er wird, steckt mein Fuß im Netz, / mich schon aus der Schlinge ziehen.

7. Wende dich zu mir in Gnaden, / ich bin einsam und bedrängt, / ganz mühselig und beladen, / ohne Aussicht eingeengt. / Meines Herzens Angst ist groß. / Stoß auf Stoß wird bald mich töten. / Mach mich aus den Banden los, / führe mich aus meinen Nöten.

8. HERR, behüte mich auf Erden, / ich bin hilflos, rette mich! / Laß mich nicht zuschanden werden, / ich vertrau allein auf dich. / Setz zur Schutzwehr meiner Seel / Einfalt und gerades Wesen. / HERR, wirst du nicht Israel / bald aus aller Not erlösen?

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,3,8
Psalm 68

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Erhebet er sich, unser Gott, / seht, wie verstummt der Feinde Spott, / und wie sie vor ihm fliehen. / Sein majestätisch strenger Blick / treibt, die ihn hassen, weit zurück, / zerstreut all ihr Bemühen. / Seht, ihre Herrlichkeit vergeht. / Sie sind wie Rauch im Wind verweht, / umsonst ist ihr Beginnen. / Wie Wachs beim Feuer schmilzt da hin, / so muß der Bösen Stolzer Sinn / vor Gottes Blick zerrinnen.

2. Die Frommen stehen hier erfreut / bei Gottes hoher Herrlichkeit / vor seinem Angesichte, / voll Freude dringen sie hervor / und hüpfen alle hoch empor, / bestrahlt von seinem Lichte. / Lobsinget Gott, die ihr ihn seht, / lobsinget seiner Majestät, / macht Bahn ihm, der da fähret / mit Hoheit durch die Wüste hin. / HERR ist sein Nam, erhebet ihn, / jauchzt laut, die ihr ihn ehret!

3. Der HERR, der dort im Himmel wohnt / und hier im Heiligtume thront, / will unser stets gedenken, / will unsrer Waisen Vater sein, / will unsrer Witwen Richter sein, / und keiner darf sie kränken. / Er ist es, der Verlaßne liebt / und ihnen eine Wohnung gibt / nach einer langen Irre. / Er macht sein Volk aus Banden los, / er macht es reich, er macht es groß, / Setzt Sünder in die Dürre.

4. Du gabst von deinem Thron Befehl, / erlöstest dein Volk Israel, / du stiegst von deinem Sitze, / o Gott, herab ins Rote Meer, / gingst vor uns in der Wüste her / und bliebst an unsrer Spitze. / Da zitterte der Erdenball, / die Himmel bebten überall, / von Furcht vor Gottes Stärke. / Der Sinai verlor den Stolz, / der Fels erzitterte und schmolz. / Seht Gottes Wunderwerke!

5. Ob Erd und Himmel vor dir hebt, / vor deiner Macht in ängsten schwebt, / wohnt doch dein Volk in Frieden. / Du öffnest deine milde Hand, / und Regen tränkt das dürre Land, / stärkt und erquickt die Müden. / HERR, deine Güte wird allein / die Zuflucht deiner Herde sein. / Du selber bist ihr Leben, / brichst ihnen Tag für Tag das Brot / und wirst den Armen in der Not / aus deiner Fülle geben.

6. Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm / sei unserm Gott im Heiligtum, / der Tag für Tag uns segnet, / dem Gott, der Lasten auf uns legt, / doch uns mit unsern Lasten trägt / und uns mit Huld begegnet. / Sollt ihm, dem HERRN der Herrlichkeit, / dem Gott vollkommner Seligkeit, / nicht Ruhm und Ehr gebühren? / Er kann, er will, er wird in Not / vom Tode selbst und durch den Tod / uns zu dem Leben führen.

7. Durch deines Gottes Huld allein / kannst du geführt und sicher sein, / mein Volk, sieh seine Werke! / HERR, führ an uns und unserm Haus / dein Heil, dein Werk in Gnaden aus, / nur du bist unsre Stärke! / Dann sehen Herrscher deinen Ruhm / und werden in dein Heiligtum / dir ihre Gaben bringen, / sich dir, dem wahren Gottes weihn, / in deiner Gnade sich erfreun / und deinen Ruhm besingen.

8. Ihr Königreiche in der Welt, / lobsinget Gott, der euch erhält, / lobsinget seiner Ehre! / Sein Himmel steht von Anfang schon, / dort hat er ewig seinen Thron, / fahrt über Land und Meere. / Hörts doch, wenn seine Stimm ergeht, / er redet laut mit Majestät, / gebt Ehre ihm und Stärke! / Seht, groß ist Gott in Israel / und mächtig tönet sein Befehl / am Himmel, seinem Werke.

9. Gott, machtvoll in dem Heiligtum, / wie königlich strahlt hier dein Ruhm, / wir fallen vor dir nieder. / Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott, / der HERR ist seines Volkes Gott, / und er erhebt uns wieder. / Wie er sein Volk so zärtlich liebt, / den Schwachen Kraft und Stärke gibt! / Kommt, heiligt seinen Namen! / Sein Auge hat uns stets bewacht, / ihm sei Anbetung, Ehr und Macht! / Gelobt sei Gott! Ja, Amen.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 127

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Wenn Gott der HERR das Haus nicht baut, / so ist umsonst, was Menschen tun. / Mag niemals auch der Wächter ruhn, / auf den die feste Stadt vertraut, / er späht vergeblich in die Nacht, / wenn Gott nicht selbst die Stadt bewacht.

2. Ihr steht wohl auf beim Morgenrot / und sitzt bis in die Dunkelheit, / erfüllt mit Müh und Plag die Zeit / und eßt mit Sorgen euer Brot, / doch eure Hände bleiben leer. / Von Gott allein kommt Segen her.

3. Seht: Kinder, ein Geschenk des HERRN / und Gaben seiner reichen Hand. / Er gibt euch Zukunft und Bestand. / Lobt Gott, ihr Menschen, rühmt ihn gern, / der alles Leben in der Welt / mit seiner Macht schützt und erhält.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 146

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Halleluja! Gott zu loben / bleibe meiner Seelen Freud. / Ewig sei mein Gott erhoben, / meine Harfe ihm geweiht. / Ja, so lang ich leb und bin, / dank, anbet und preis ich ihn.

2. Setzt auf Fürsten kein Vertrauen, / Fürstenheil steht nimmer fest. / Wollt ihr auf den Menschen bauen, / dessen Geist ihn bald verläßt? / Seht, er fällt, des Todes Raub, / und sein Anschlag in den Staub.

3. Heil dem, der im Erdenleben / Jakobs Gott zur Hilfe hat, / der sich dem hat ganz ergeben, / dessen Nam ist Rat und Tat! / Hofft er von dem HERRN sein Heil, / seht, Gott selber wird sein Teil.

4. Er, der Himmel, Meer und Erde / mit all ihrer Füll und Pracht / durch sein schaffendes: Es werde! / hat aus nichts hervorgebracht, / er, der Herrscher aller Welt, / ist's, der Treu und Glauben hält.

5. Er, der HERR, ist's, der den Armen, / Unterdrückten Recht verschafft, / gibt mit mächtigem Erbarmen / Hungernden stets Brot und Kraft, / und von Zwang und Tyrannei / macht er die Gefangnen frei.

6. Er, der HERR, ist's, der den Blinden / liebreich schenket das Gesicht. / Sehet, die Gebeugten finden / bei ihm Stärke, Trost und Licht. / Seht, wie Gott, der alles gibt, / treulich die Gerechten liebt.

7. Er ist's, der den Fremdling schützet / und die Witwe schirmt im Land, / der die Waisen unterstützet, / ja, sie führt an seiner Hand. / Die ihm ruchlos widerstehn, / läßt er in die Irre gehn.

8. Er ist Gott und Herr und König, / er regieret ewiglich. / Zion, sei ihm untertänig, / freu mit deinen Kindern dich! / Sieh, dein HERR und Gott ist da, / Halleluja, er ist nah!

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophen 1,4,5
Psalm 112

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Preist Gott in Versen und Gedichten! / Wohl allen, die sich nach ihm richten, / die sich, wenn er gebietet, freuen, / statt seinen guten Weg zu scheuen. / Der HERR trägt ihnen Glück entgegen, / und ihren Kindern blüht der Segen.

2. Sie werden Heim und Nahrung haben, / mit vielen Gästen sich zu laben. / Wer wird sie schänden, wer vertreiben? / Gerechtigkeit maß ewig bleiben. / Hell dringt ein Licht in ihre Nächte: / der Wahre, Gütige, Gerechte.

3. Glücklich, die leihen und nicht fragen, / ob ihre Gelder Zinsen tragen, / und denen Recht in ihren Dingen / mehr gilt als sicheres Gelingen. / Am graden Sinn und Tun gemessen / bleibt der Gerechte unvergessen.

4. Er fürchtet keine schlimme Kunde, / sein Herz lebt auf an Gottes Munde. / Wo Angst und Mißgunst um sich greifen, / muß er sich nicht auf Macht versteifen. / Er traut dem HERRN und wird es sehen, / daß die Bedränger untergehen.

5. In Not weiß er sich zu erbarmen. / Er sät und erntet für die Armen / und wird doch groß und bleibt in Ehren, / trotz allen, die es ihm verwehren. / Niemand darf ihm den Weg vertreten. / Preist Gott in allen Alphabeten!

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophen 1,3,5
Psalm 147

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Preis sei dem HERRN! Ihm Lob zu singen, / Anbetung unserm Gott zu bringen, / ist köstlich, lieblich, schön, erquicket, / da er in Huld herniederblicket. / Er lässt uns seine Größe schauen, / er kommt, Jerusalem zu bauen, / und die in der Verbannung waren, / die bringt er heim nach siebzig Jahren.

2. Gott heilet die zerbrochnen Herzen, / und stillt barmherzig ihre Schmerzen. / Er macht durch unsre tiefsten Leiden / uns fähig für die höchsten Freuden. / Er rief den Sternen, und sie kamen, / er zählt und nannte sie mit Namen, / weist jedem seinen Ort zu stehen / und seine eigne Bahn zu gehen.

3. Ja, unser HERR ist groß und prächtig, / er schuf und er gebietet mächtig. / Nur sein Verstand kennt seine Stärke, / umfasset alle seine Werke. / Er tröstet, stärket die Gebückten / und hebt empor die Unterdrückten, / vergilt den Unterdrückern wieder / und stößt sie in den Staub danieder.

4. Singt, singt dem HERRN, ihr Wechselchöre, / tönt, Harfen, unserm Gott zur Ehre, / der uns mit seiner Güt erfüllet. / Seht, wenn er sich in Wolken hüllet, / bereitet er uns seinen Segen / und gibt der Erde milden Regen. / Da stehet Feld und Wald erquicket / und Berg und Tal mit Gras geschmücket.

5. Singt ihm, der, was er schuf auch liebet / und jedem Tier sein Futter gibet. / Er schaut, ob wir auch Mangel haben, / und hört das Rufen junger Raben. / Der HERR bedarf nicht deiner Werke, / nicht Menschenkraft, nicht Rosses Stärke. / Erfreuen wir uns an dem allen, / Gott hat daran kein Wohlgefallen.

6. Der HERR hat an uns Wohlgefallen, / die hier auf seinen Wegen wallen. / Er will mit Lust auf alle schauen, / die fest auf seine Güte trauen. / Dein HERR ist gütig, mächtig, weise, / Jerusalem, bet an und preise, / kommt, Zion, deinen Gott zu loben, / sein Ruhm wird ewig hoch erhoben.

7. Er ist's, der dich vom Feind erlöste, / macht deiner Tore Riegel feste, / der deine Kinder drinnen segnet, / dir huldreich rings umher begegnet, / der deinen Grenzen schaffet Friede, / der nie wird seines Wohltuns müde, / der dir den besten Segen gibet / und täglich zeigt, dass er dich liebet.

8. Sendt er sein Wort herab auf Erden, / wie schnell muß es vollzogen werden! / Er ruft den Winter, seht ihn eilen, / uns seine Gaben mitzuteilen. / Er bringt den Schnee wie Flocken Wolle, / dass er die Erde wärmen solle. / Er ist's, der unser Aug erfreuet, / wenn er den Reif wie Asche streuet.

9. Er gibt sein Wort, Gesetz und Rechte / nur, Israel, dir, seinem Knechte. / Zu dieser Ehr und Gottes Freuden / erhob er noch kein Volk der Heiden. / Er ließ sie alle irre gehen, / doch Jakob wollt er hoch erhöhen. / Anbetung, Lob sag seinem Namen, / du Gottesvolk, sag Amen, Amen.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,7,9
Psalm 67

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. HERR, unser Gott, auf den wir trauen,
entzieh uns deine Güte nicht,
lass auf uns her dein Antlitz schauen,
erleuchte, tröst uns durch dein Licht,
dass durch uns auf Erden mög verbreitet werden
was dein Arm getan!
Gott gibt Heil und Freuden.
Sähn doch alle Heiden,
was Gott geben kann!

2. Dich werden, Gott, die Völker loben,
von allen wirst du einst erhöht,
ja, du allein wirst hoch erhoben
in deines Namen Majestät.
Alle sehn entzücket,
wie dein Heil beglücket
jedes Volk und Land.
Ja, wo du regierest,
Menschen richtest, führest,
wird dein Heil erkannt.

3. Dich werden, Gott, die Völker loben,
von allen wirst du einst erhöht.
Ja, du allein wirst hoch erhoben
in deines Namens Majestät.
Gottes Erde gibet,
weil er Menschen liebet,
Brot, das uns erhält.
Er kommt uns mit Segen
überall entgegen.
Fürcht ihn, alle Welt!

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-3
Psalm 63

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. O HERR, mein Gott, mein Heil bist du.
Dich such ich morgens in der Frühe,
mein Leben ist voll Angst und Mühe,
und außer dir ist nirgends Ruh.
Nach dir nur dürstet meine Seele
und sehnet sich mein Leib. Ich fand
an allen Orten dürres Land
und nirgends eine Lebensquelle.

2. Säh ich dich doch im Heiligtum
und fände bei dir satte Weide,
an deiner Macht und Ehre Freude
und wärst du doch mein Trost und Ruhm.
Denn köstlicher als dieses Leben,
o Gott, ist deine Güte mir,
drum sollen meine Lippen dir
auch noch im Tode Ehre geben.

3. Mein Leben ist dir ganz geweiht.
Ich heb empor bis an mein Ende
in deinem Namen meine Hände.
Dir geb ich Preis und Herrlichkeit.
Dein Lob mit meinen Lippen singen,
ist köstlicher als alles Gut,
erquickt mein Herz und macht mir Mut,
dir meinen Dank stets darzubringen.

4. Mit einem Herzen, voll von dir
leg ich mich nachts zur Ruhe nieder,
schlaf ein, und froh erwach ich wieder,
denn du bist immer noch bei mir.
Oft wollen meine Kräft ermatten,
doch du warst meine Kraft, mein Teil.
O HERR, mein Gott, du bist mein Heil,
ich ruh in deiner Flügel Schatten.

5. HERR, meine Seele hängt dir an,
denn außer dir find ich kein Leben.
Die ganze Welt kann mir nicht geben,
nur du gibst, was mir helfen kann.
Du wollest meine Rechte fassen,
noch hält mich deine rechte Hand.
Ich habe mich zu dir gewandt,
ich kann und will von dir nicht lassen.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-3
Psalm 121

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Ich schau nach jenen Bergen gern.
Mein Heil, das ich begehr, kommt’s von den Bergen her?
Nein, meine Hilf ist von dem HERRN,
der schuf durchs Wort: Es werde!
den Himmel und die Erde.

2. Er lässt nicht gleiten deinen Fuß,
dein Hüter schlummert nicht, wenn dir's an Kraft gebricht,
er schläft nicht, wenn er helfen muss.
Sieh, Israels Gebieter ist auch dein Gott und Hüter.

3. Dein Helfer selber schützet dich
und steht in deinem Stand an deiner rechten Hand,
beschattet dich so gnädiglich,
dass dich bei Nacht und Tage nicht Frost und Hitze plage.

4. Der Herrscher, der die Welt regiert,
wacht über Leib und Seel, dass dir kein Gutes fehl.
Beim Ausgang und beim Eingang wird
der HERR dich selber leiten bis in die Ewigkeiten.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-4
Psalm 86

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Neig zu mir, HERR, deine Ohren,
hör mich, sonst bin ich verloren!
Sieh mich hilflos, elend, arm:
Wer ist, der sich mein erbarm?
O bewahre du mein Leben.
Ich bin heilig dir ergeben!
Dir vertrau ich in Not,
rette mich, mein Gott, vom Tod!

2. HERR, erbarm, erbarm dich meiner!
Du kannst helfen und sonst keiner.
Darum ruf ich stets zur dir,
du mein Heiland, hilf du mir!
HERR, ich bin dein Knecht, verleihe,
daß mein Herz sich deiner freue.
Gott, nach dir nur dürstet mich,
wo findt meine Seele dich?

3. Deine Güte gibt uns Leben,
gerne willst du Schuld vergeben,
groß ist deine Gnad und Treu,
jedem Beter stehst du bei.
Laß dein Ohr auf mich auch merken,
deine Huld in Not mich stärken,
da ich mich mit bangem Flehn
täglich nach Erlösung sehn!

4. HERR, in allen meinen Nöten
durft ich kindlich zu dir treten,
du verbargst dein Angesicht
mir in trüben Tagen nicht.
Wer im Himmel, wer auf Erden
kann mit dir verglichen werden?
Unvergleichlich, wenn du ruhst,
unvergleichlich, was du tust.

5. Einst noch kommen alle Heiden,
die du schufst, zu dir mit Freuden,
sehen deines Namens Ruhm,
beten an im Heiligtum.
Deine Größe wird sie rühren,
deine Wundermacht sie führen,
du wirst ihnen alles sein.
Du bist Gott, ja, du allein!

6. Gib, dass ich in deinem Wege
deiner Wahrheit folgen möge.
Halt mein Herz zu jeder Zeit
deines Namens Furcht geweiht.
HERR, mein Gott, dir will ich leben,
dich von Herzen hoch erheben.
Ganz bin ich dein Eigentum,
ewig sing ich deinen Ruhm.

7. Deiner wundervollen Güte
dankt mein tiefbewegt Gemüte.
Du errettest mich mit Macht
aus des Abgrunds tiefer Nacht.
Wollest mich auch jetzt erlösen
aus der Tyrannei der Bösen,
die mir nach dem Leben stehn
und dich, großer Gott, verschmähn.

8. Du, der Trost verlassner Armen,
bist voll Güte und Erbarmen,
du verklärest durch Geduld
dein Gnade, Treu und Huld.
Wende dich zu deinem Knechte,
stärke ihn durch deine Rechte,
hilf dem Sohne deiner Magd!
Deine Kraft macht unverzagt.

9. Lass mich nimmer von dir weichen,
setze mich zum Segenszeichen,
dass es, die mich hassen, sehn
und beschämt zurückegehn!
Lieg ich jetzt im Staub darnieder,
deine Hand erhebt mich wieder.
Stehe mir nach deiner Treu
bis zum vollen Siege bei!

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,4,5
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