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Jeder Mensch ist für Gott ein Schatz
Weihnachtspredigt fürs Kinderhospiz

Am Anfang der Weihnachtsgeschichte,
die ihr gerade gehört habt,
kommt ein Wort besonders oft vor,
4 x in 4 Sätzen.
Ich meine das Wort: schätzen.
Es hat mehrere Bedeutungen.
Hier heißt schätzen:
zählen, taxieren, einstufen.
Der Kaiser Augustus braucht Zahlen:
Von wie vielen Untertanen
sind möglichst viele Steuern zu fordern,
und wie lässt sich der Profit noch steigern!
Menschen zählen für Augustus nicht als Menschen,
nur als Zahlen in der Statistik.
Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeit,
mögliche besondere Lebenssituationen
sind ihm egal.
Egal ist ihm auch,
was sein unsinniger Befehl,
sich in ihrer Vaterstadt zu registrieren
bei ihnen auslöst.
Für eine schwangere Frau wie Maria
ist der Weg eine Strapaze.
Sie hat Angst um ihr Kind,
sie hat Angst vor der Geburt in der Fremde.
Aber das interessiert einen wie Augustus nicht.
Ihn interessiert nur, dass alles nach Plan läuft.
Ihn interessiert nur die Steigerung seines Profits.
Im Comic würde man Augustus mit $ Zeichen in den Augen malen.
Der Augustus der Weihnachtsgeschichte hat vor 2000 Jahren gelebt.
Aber solche wie ihn hat es immer gegeben und gibt es immer noch.
Ich glaube, Sie sind solchen Leuten schon begegnet:
Sie sitzen in den Krankenkassen und denken nur ans Geld
und nicht an das, was Ihre Kinder brauchen.
Sie sitzen in den Versicherungen
und sehen Familien wie Ihre nur als risikoreichen Kostenfaktor.
Sie sind Chefs in Betrieben,
die ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter
den Gewinn steigern möchten.
In eine Welt, die von Geld regiert wird,
wird Jesus hineingeboren,
und von Anfang an bekommt er ihre Härte zu spüren.
Niemand will seine Eltern aufnehmen,
wahrscheinlich, weil sie nichts zahlen können.
Niemand hat Mitleid mit den erschöpften Fremden.
Maria und Josef sind der Kälte der Nacht ausgeliefert,
und der Kälte der Herzen ihrer Mitmenschen.
So kommt das Gotteskind in einem Stall zur Welt.
Eine Futterkrippe dient als sein Bett.
Ärmlich, erbärmlich.
Für den Kaiser Augustus zählt so ein Kind nichts.
Aber was für ein Schatz ist es,
nicht nur in den Augen seiner Eltern.
Der Himmel geht auf über dem Stall,
die Engel singen
und verkünden den Hirten das Geheimnis:
Euch ist heute der Heiland geboren.
Dieses Kind ist Gottes Kind!
Ihm seid ihr alle willkommen!
Für Jesus zählt nicht,
was ihr besitzt.
Er schätzt euch wert,
so wie ihr seid.
Er kommt aus der Welt Gottes in eure Welt,
um euch zu bestätigen:
Das, was letztlich zählt,
ist die Liebe.
Die Liebe macht euer Leben reich,
sie hat Macht,
Glück in die schwierigsten Situationen zu bringen.
Sie ist stärker als der Tod.
Jesus lebt diese Liebe,
und mit ihr beginnt er,
die Herzen der Menschen zu wärmen
und die Welt zu heilen
Für Gott zählt jeder Mensch mit seiner Geschichte,
mit seiner Persönlichkeit, seiner besonderen Lebenssituation.
Jeder Mensch ist für Gott ein Schatz,
so wertvoll,
dass er Jesus auf die Welt schickt,
um uns Leben zu schenken,
das sich der Macht des Geldes nicht beugt,
Leben,
über das nur die Liebe regiert.
Sylvia Bukowski


