Darf und soll der Krieg verantwortet und gewagt werden?

Karl Barth antwortet


Zitat zur Ökumenischen Friedensdekade 6. bis 16. November 2016

Das Zitat in seinem Kontext:

Jedes Ja auf diese Frage ist zum vornherein falsch, ist in einer christlichen Ethik glatter Verrat am Evangelium, das an der ganzen Gefährdetheit und Gefährlichkeit dieses «trotzdem» vorbeiredet, das nicht auf einer genauen Rechenschaftsablage darüber beruht, was hier auf dem Spiele steht und ob hier wirklich «trotzdem» Ja gesagt werden dürfe und müsse. Man kann es auch so ausdrücken: Jedes Ja auf diese Frage ist falsch, das nicht von der Voraussetzung herkommt, daß das rigorose Nein der pazifistischen Ethik fast unendlich viel für sich hat, fast überwältigend stark ist. Noch anders ausgedrückt: Jedes Ja auf diese Frage ist falsch, das nicht die Anerkennung in sich schließt, daß es auch in extremis noch ganz erheblich viel schwerer sein wird, hier auch nur ein limitiertes Ja zu sagen, als es, wie wir sahen, etwa in der Frage der Selbsttötung, der Abtreibung, der Notwehr usw. an der äußersten Grenze ins Auge gefaßt werden kann.

Karl Barth, KD III/4, 520