'Auch in der Bundeswehr gibt es kritische Einschätzungen'

Lippe: Landeskirche lud zu Friedenskonsultation


Mehr als 90 Jahre alte Probleme: Seit dem Pariser Abkommen von 1928 gibt es laut Experten auf UN-Ebene für 'Gewalt' keine klare Definition (Symbolfoto) © Pixabay

In einer Diskussionsrunde mit Experten der Friedensarbeit und Vertretern der Bundeswehr gab es in ein paar Punkten überraschend Übereinstimmung.

Zwei Tage lang diskutierten Fachleute aus Wissenschaft, Bundeswehr, Friedens- und Hilfsorganisationen über deutsche Sicherheitspolitik im Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bad Salzuflen. Besonders Auslandseinsätze der Bundeswehr gerieten in Kritik. Nach Ansicht des Militärbischofs der EKD, Sigurd Rink, müsse ein Mandat des UN-Sicherheitsrats die Voraussetzung für jeden Auslandseinsatz der Bundeswehr bleiben. Das sei aber möglicherweise nicht bei allen der aktuell zwölf Einsätze mit deutscher Beteiligung der Fall.

„Die meisten globalen Probleme werden durch gewaltsam ausgetragene Konfikte massiv verschärft“, sagte auch Martin Quack, Autor und Anbieter von „Peacebuilding & Humanitarian Policy“. Quack berät Hilfsorganisationen und andere Akteure der internationalen Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher Basis. Er forderte eine Abkehr von der „Sicherheitslogik“, die auf Abwehr von Gefahren, Abschottung und Abgrenzung setze, hin zu einer „Friedenslogik“.

Martin Walthemathe, Presseoffizier der Panzerbrigade 21, räumte ein, dass es auch in Teilen der Bundeswehr kritische Einschätzungen zu einigen der Auslandseinsätze gebe. Die Verantwortung für diese Einsätze trage aber die Politik. Doch hier herrscht offenbar juristische Unklarheit: Völkerrechtswissenschaftler Hans-Joachim Heintze (Universität Bochum) erklärte, dass Krieg zwar schon seit dem Pariser Abkommen von 1928 als politisches Mittel der Auseinandersetzung zwischen den Nationen verboten worden sei. Darunter falle auch die Androhung von Gewalt. Es gebe allerdings keine Definition, was Gewalt sei.

In einem Konfliktfall müsse deshalb zunächst der Sicherheitsrat feststellen, ob es sich um eine Bedrohung des Friedens handele. Erst wenn nichtmilitärischen Lösungen nicht funktionierten, könne der Sicherheitsrat zum Beispiel Friedenstruppen einsetzen. Im Rahmen solcher Mandate könne auch die Bundesrepublik Deutschland als Mitglied der Vereinten Nationen international militärisch tätig werden. Dieses Verfahren sei allerdings in der Vergangenheit nicht immer korrekt eingehalten worden: „Das Kosovo-Abenteuer war klar ohne UN-Mandat.“

Dieter Bökemeier, Landespfarrer für Ökumene und Mission, forderte deshalb: Kirche solle sich in die Debatte um Auslandseinsätze der Bundeswehr stärker zu Wort melden. „Wir müssen vor allem mit der Politik tiefer ins Gespräch kommen“, sagte Bökemeier. Allerdings dürfe es nicht bei einem schriftlichen Papier bleiben: „Kirche muss künftig vermehrt eigenes Engagement entwickeln. Ein Beispiel könnten Patenschaften für zivile Friedensdienstmitarbeiter sein.

Besonders im Raum der Lippischen Landeskirche wurden Einsätze der Bundeswehr immer wieder stark diskutiert. Teile der im lippischen Augustdorf stationierten Panzerbrigade 21 „Lipperland“ waren mehrfach ins Ausland abkommandiert, während des Kosovokrieges 1999 auch nach Bosnien-Herzegowina. Im Herbst will sich die Lippische Landessynode auch vor dem Hintergrund der aktuellen Jahreslosung stärker mit dem Friedensthema beschäftigen.


Lippe/ime

Pädagoge, Prädikant und Schulseelsorger

Westfalen: Thomas Schlüter wird neuer Leiter des Pädagogischen Instituts der Ev. Kirche von Westfalen
Damit tritt der 40-jährige Pädagoge die Nachfolge von Professor Rainer Timmer an, der Anfang August 2020 als landeskirchlicher Bildungsdezernent ins Landeskirchenamt nach Bielefeld wechselte.

Quelle: EKvW

Hilfe bei Existenzangst, Suizidgedanken, Einsamkeit

EKBO: Kirchen und Wall GmbH starten gemeinsame Kampagne für Corona-Seelsorgetelefon
Je länger die Coronakrise in Deutschland dauert, desto dramatischer werden die Sorgen und Ängste der Menschen und damit ihr Ruf nach Seelsorge und Hilfe. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, Erzbischof Dr. Heiner Koch vom Erzbistum Berlin und Wall-Geschäftsführer Patrick Möller starten deshalb eine berlinweite Kampagne für das Corona-Seelsorgetelefon.

Quelle: EKBO

15.000 Euro für Sanierung

ErK: In Visquard steht die KiBa-Kirche des Monats August
Die Dorfkirche in Visquard im Landkreis Aurich wurde zwischen 1250 und 1275 aus Backsteinen erbaut. Ihre Sanierung, die in diesem Jahr beginnen soll, unterstützt die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung mit 15.000 Euro.

Quelle: ErK

'Atombombenabwurf ist ein Verbrechen gegen die eine Menschheit'

EKiR: Grußwort von Präses Manfred Rekowski an betende Demonstranten vor dem Fliegerhorst Büchel
In einem Grußwort zum 24-Stunden-Gebet am Fliegerhorst Büchel in der Eifel hat Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Forderung nach der Vernichtung aller Atomwaffen bekräftigt.

Quelle: EKiR

'The Whole World in Worship'

Lippe: Internationaler Gottesdienst in der Erlöserkirche am Markt in Detmold
Einen internationalen Gottesdienst „The Whole World in Worship“ gibt es am Sonntag, 16. August, um 17 Uhr in der Erlöserkirche am Markt in Detmold.

Quelle: Lippe

'Mainstream Economics Sold Out?'

EKM: Internationale Sommerakademie mit öffentlichen Online-Seminaren
140 junge Menschen aus 40 Ländern wollen Wirtschaft neu denken.

Quelle: EKM

'Deutschland muss klar seine Stimme erheben'

EKM: Landesbischof fordert Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland
Mit Blick auf den Atombomben-Abwurf vor 75 Jahren auf Hiroshima und Nagasaki fordert Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), von der Bundesregierung den Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag, den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland, den Verzicht auf den geplanten Kauf neuer Kampfflugzeuge und eine generelle Ächtung von Atomwaffen.

Quelle: EKM

'Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet'

Baden: Vier Prozent der Fachkräfte in evangelischen Kitas freigestellt
Seit der Öffnung arbeiten fast 96 % der knapp 5800 pädagogischen Fachkräfte wieder in den Einrichtungen - und damit deutlich mehr als erhofft.

Quelle: EKiBa

'weltwärts' für Entwicklungspolitik

ErK: Norddeutsche Mission bietet mit VEM Gelegenheit zu Freiwilligendienst in Ghana und Togo
Teilnehmer sollen sich für Öffentlichkeitsarbeit und internationalen Austausch einsetzen.

Quelle: ErK

Handys für die Welt

Baden: Konfirmanden sollen gebrauchte Mobiltelefone sammeln
Die Landesbischöfe in Baden und Württemberg rufen gemeinsam mit der Handy-Aktion Baden-Württemberg zur "Konfi-Schubladen-Challenge" auf.

Quelle: EKiBa